So will der DFB den Videobeweis retten

Videobeweis in der Fußball-Bundesliga: Ex-Profis sollen Schiedsrichtern helfen

11. Dezember 2018 - 8:19 Uhr

DFB-"Geheimplan"

Der Videobeweis sollte die Fußball-Bundesliga gerechter machen. Doch häufig ist das Gegenteil der Fall. "Das ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß", sprach Hannovers Sportdirektor Horst Heldt am vergangenen Spieltag aus, was viele denken. Jetzt hat der Deutsche Fußball-Bund einen "Geheimplan" entwickelt, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Im Zentrum des Plans: frühere Fußball-Profis.

"Um endlich eine einheitliche Linie zu finden"

"Ehemalige Profis mit ins Boot zu nehmen, ist ein total sinnvoller Vorschlag. Ich bin dafür sehr offen, das werden wir diskutieren. Ehemalige Spieler haben noch mal eine andere Sichtweise auf Situationen, das kann uns weiterhelfen. Wir haben die Weisheit ja nicht mit Löffeln gegessen, versperren uns keinen neuen Ideen", sagte der zuständige DFB-Projektleiter Jochen Drees der Bild.

"Um endlich eine einheitliche Linie zu finden", sollten frühere Spieler die Unparteiischen "unterstützen und ihnen erklären, was ein Foul, was eine Schwalbe und wann ein Handspiel absichtlich ist", heißt es. Die ehemaligen Profis sollen die Schiris zunächst mit Videos schulen. Im Kölner Video-Keller werden sie laut "Bild" aber nicht eingesetzt. Der DFB befürchte zu viel Chaos und Diskussionen zwischen Video-Assistenten und Ex-Profis bei kniffligen Situationen.

Gleich zwei Fehler an einem Spieltag

Am letzten Wochenende hatte es gleich zwei große Aufreger gegeben. Der Frankfurter Eintracht wurde beim 0:1 in Berlin kurz vor Schluss ein klarer Elfer verweigert. Das Gegenteil war in Mainz der Fall, als die Gastgeber beim 1:1 gegen Hannover nach einer Schwalbe einen Strafstoß bekamen. Beide Male griff der Video-Schiri nicht ein. Drees räumte auf der DFB-Homepage Fehler ein, verwies aber auch auf zu Recht korrigierte Entscheidungen in den Partien am vergangenen Spieltag.

Ob der DFB mit den Schiri-Schulungen Anfang Januar im Portugal-Trainingslager startet, ist noch offen. Drees: "Viel Zeit ist bis dahin nicht mehr, aber wir werden die Bereitschaft ehemaliger Spieler mal abklopfen."