Video: Peta enthüllt – Hundegemetzel für Ledermode

11. Januar 2015 - 15:09 Uhr

Von Tobias Elsaesser

Klar, die Chinesen haben ein anderes Verhältnis zu Hunden als wir Westeuropäer. Die landen dort schon mal im Kochtopf. Andere Länder, andere Sitten? Das mag sein, aber nun hat die Tierschutzorganisation Peta bei einer verdeckten Untersuchung schockierende Vorgänge enthüllt, die nicht nur den Hundeliebhaber schockieren dürften.

Peta enthüllt – Hundegemetzel für Ledermode
Haufen von Hundekadavern in Schlachthof (Bilder: Peta)
© PETA Asia

Denn Hunde landen nicht nur in chinesischen Küchen, sie gelten den Chinesen auch als Lederlieferant. Dieses Leder landet dann allerdings nicht nur in chinesischen Modehäusern, sondern es wird weltweit exportiert – als Damenmode, Arbeitshandschuhe, Accessoires und ähnliches.

Der größte Teil der weltweiten Lederproduktion kommt aus China, wo es keine Strafe für jegliche Art von Tiermissbrauch gibt. Und so lasch die Gesetze, so brutal das Schlachten. Peta veröffentlichte ein Video der grausamen Vorgänge in chinesischen Hundeschlachtereien. In einem Betrieb werden täglich 100 bis 200 Hunde grausam und langsam zu Tode gequält.

Anderes Leder – weniger Quälerei?

Die Hunde werden mit langen Eisengeräten in die Schlachthalle gezogen, getreten und mit Knüppeln bewusstlos geprügelt, sie jaulen und bellen, dann wird ihnen der Hals aufgeschlitzt und sie werden gehäutet. Dabei wird nicht darauf geachtet, ob die Hunde auch wirklich ohnmächtig sind, manche erleben den grausamen Moment ihres Lebensendes bewusst mit.

Das Problem des weltweiten chinesischen Hundelederexports ist nicht nur das unglaubliche Leiden der Tiere, sondern auch das Problem der Deklaration. Nicht alles, was Hundeleder ist, wird als solches deklariert. Niemand kann ernsthaft glauben, dass bei der Kleidungsproduktion sorgfältiger und gewissenhafter gekennzeichnet wird als bei der Lebensmittelproduktion – man denke hierbei nur an den Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühllasagne.

Und selbst, wenn man sich ganz sicher ist, dass die Jacke, die Tasche oder die Schuhe, die man trägt, aus Lamm- oder Büffelleder sind, sollte man sich doch fragen, ob diese anderen, für uns Westeuropäer 'normalen Lederlieferanten', weniger leiden, wenn sie ihr Leben und ihre Haut für unsere Mode lassen.



Tobias Elsaesser wurde in Hildesheim geboren und studierte Anglistik und Latein an der Universität zu Köln. Allerdings eher im "Nebenfach" – denn er arbeitete schon während des Studiums bei RTL, was das Studium ins Hintertreffen brachte. Dort wechselte er nach einigen Fernsehjahren in die Online-Redaktion. Den Ärger über aktuelle Themen die ihn (zu sehr) bewegen, versucht er auf dem Rennrad oder mit der Musik von Bruce Springsteen hinter sich zu lassen.