27. Mai 2019 - 9:08 Uhr

"Stadion wird brennen"

Die einen zittern, die anderen hoffen – beide mit dem einen Ziel: in der kommenden Saison im Bundesliga-Oberhaus zu spielen. Nach dem 2:2-Unentschieden im Relegations-Hinspiel spricht Vieles für den vermeintlichen Underdog aus der Hauptstadt.

Abstiegsangst trifft auf Aufstiegseuphorie

Unterschiedlicher könnte die Stimmung vor dem Relegations-Rückspiel an der Alten Försterei kaum sein: Nach dem überraschenden 2:2 im Hinspiel hat Noch-Zweitligist Union Berlin allen Grund, vom ersten Aufstieg in die Bundesliga zu träumen. Schon ein 0:0 oder 1:1 remis wären für den früheren DDR-Club wegen der Auswärtstorregel ausreichend, um den VfB Stuttgart zum dritten Mal nach 1975 und 2016 in die zweite Liga zu katapultieren. Und die Chancen dafür stehen mit einem Blick auf die bisherige Saison-Statistik gar nicht schlecht.

Favoritenrolle dennoch bei Stuttgart

Fussball 1. Bundesliga / 2. Bundesliga Saison 2018/2019 Relegation Hinspiel VfB Stuttgart - Union Berlin 23.05.2019 SCHLUSSJUBEL Union Berlin, das Team bedankt sich bei den mitgereisten Fans ----DFL regulations prohibit any use of photographs as imag
Union Berlin feiert das 2:2-Remis im Relegations-Hinspiel gegen den VfB Stuttgart
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Union war in der abgelaufenen Saison das heimstärkste Team in der zweiten Liga. Nur gegen Aufsteiger SC Paderborn mussten die 'Eisernen' daheim eine Niederlage hinnehmen. 14 Mal gelang Union sogar ein Heimspiel ohne Gegentor. Die Stuttgarter Auswärtsbilanz im Vergleich: Die Schwaben holten in der Ferne gerade einmal sechs Punkte. Dazu kommt: Nur gegen den 1. FC Nürnberg war ein Auswärtssieg für den deutschen Meister von 2007 drin.

Trotz des vermeintlichen statistischen Vorteils stapelt Union tief. Die Devise: Als Zweitligist bloß nicht die Außenseiter-Rolle ablegen. "Ich bleibe bei der Meinung: Favorit bleibt Stuttgart", stellte FCU-Trainer Urs Fischer klar und warnte: "Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen." Seine Mannschaft werde alles daran setzen zu gewinnen. "Wir müssen im Kopf haben, wieder Tore zu erzielen", sagte Fischer.

Stuttgart möchte von dem statistischen Vorteil des Hauptstadt-Clubs nichts wissen. "Das hat uns alles nicht zu interessieren", stellte VfB-Torwart Ron-Robert Zieler klar: "Wir sind definitiv in der Lage dazu, dort zu gewinnen. Wir sind der Bundesligist."

Union wäre 56. Bundesliga-Neuling

Ein Spaziergang wird es für den amtierenden Erstligisten bei Union Berlin sicherlich nicht werden – schon aufgrund der Fan-Power an der Alten Försterei. Auch Verteidiger Marvin Friedrich setzt große Hoffnungen auf die Unterstützung der FCU-Anhänger: "Das Stadion wird brennen. Es wird die Hölle los sein", verspricht der 23-Jährige vor der Relegations-Partie in Berlin.

Vor der Kullisse im ausverkauften Kultstadion im Berliner Stadtteil Köpenick warnte auch schon VfB-Coach Nico Willig: "Es ist wichtig, Spieler auf dem Feld zu haben, die ein dickes Fell haben."

Union Berlin wäre der fünfte Berliner Verein, der es ins deutsche Oberhaus schaffen würde. Dazu wären die Köpenicker der 56. Neuling in der Bundesliga. Außerdem wäre Union der erste Ex-DDR-Verein seit Energie Cottbus 2009, der den Sprung in die erste Liga schaffen würde.