Vettel in der Krise: Ärger von allen Seiten

Dieser 'Vettel-Gruß' galt Narain Karthikeyan

27. März 2012 - 12:47 Uhr

Sebastian Vettel steht nach nur zwei Rennen schon unter enormem Druck. Die Saison hat für den Weltmeister mehr als holprig begonnen, und seine Nerven scheinen blank zu liegen. In den vergangenen beiden Jahren war der 24-Jährige jeweils mit dem besten Auto gesegnet. Siege am laufenden Band waren das Resultat, Seriensieger Vettel präsentierte sich als Sunnyboy. Aber nach zwei WM-Läufen ist es vorbei mit der Vettel-Herrlichkeit. Vettel ist sauer – und lässt das auch jeden spüren.

Zweimal nur Rang 6 im Qualifying, ein 2. Platz in Australien, dazu die Nullnummer in Malaysia (Rang 11) – das ist zu wenig für den ehrgeizigen Vettel. Nach dem Crash mit dem Inder Narain Karthikeyan, der Vettel den linken Hinterreifen aufschlitzte, vergaß der Red-Bull-Pilot sogar seine gute Kinderstube. Nach der Kollision zeigte der 24-Jährige seinem HRT-Kollegen den Stinkefinger. Auch nach Rennende hatte sich der Doppel-Weltmeister noch nicht beruhigt und beleidigte den Inder, ohne dessen Namen zu nennen. "So wie es auch im echten Leben ist, gibt es immer ein paar Gurken, die auf der Strecke rumfahren", sagte Vettel im RTL-Interview. Bei den BBC-Kollegen bezeichnete er Karthikeyan sogar als "Idiot".

Vettel muss beim Teamchef antanzen

Sebastian Vettel, Christian Horner, Red Bul, Formel 1
Werden sich bald unterhalten müssen: Sebastian Vettel und Teamchef Christian Horner
© dpa, Jens Buettner

Vettel droht eine Strafe, denn der Automobil-Weltverband will sich laut Informationen des 'Express' dieser Sache annehmen. Aber auch aus den eigenen Reihen wartet Ärger auf ihn. Weil sich der Weltmeister kurz vor Ende des Rennens in Kuala Lumpur weigerte, seinen Red Bull in der Box abzustellen, muss er bei Teamchef Christian Horner antanzen.

Ende der Woche reist Vettel in die Fabrik nach England, um sich im Simulator auf den GP von China vorzubereiten. Und dann bittet Horner zum Rapport. "Wir werden darüber sprechen", sagte der Red-Bull-Teamchef der 'Bild'. Hintergrund des befohlenen Rennabbruchs war, dass Red Bull vor dem nächsten Grand Prix das Getriebe hätte wechseln dürfen, ohne dafür in der Startaufstellung fünf Plätze zu verlieren.

Vettel hatte sich schon unmittelbar nach dem Rennen dafür rechtfertigt, dass er sich der Anweisung der Red-Bull-Bosse widersetzte: " Ich denke, ich hätte reinkommen sollen. Ich dachte aber, es gehört sich, das Rennen zu Ende zu fahren, auch wenn das Auto den Geist aufgibt. Ich wollte gerne die Zielflagge sehen." An dieser Einstellung gibt es wohl nichts zu rütteln und sie zeigt, dass Vettel grundsätzlich ein absolut fairer Sportsmann mit Charakter ist.