Vettel holt Pole Position in Bahrain

Sebastian Vettel ist zurück an der Spitze.
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22. April 2012 - 11:11 Uhr

Sebastian Vettel ist zurück an der Spitze - zumindest in der Startaufstellung beim Großen Preis von Bahrain. Beim vierten Saisonrennen startet der Weltmeister erstmals in dieser Saison von der Pole Position.

"Yes, Baby, wir habens gepackt", schrie der Red-Bull-Pilot nach erleichtert in den Boxenfunk, nachdem die 31. Pole seiner Karriere perfekt war. Zuvor hatte der aktuelle WM-Fünfte in den Qualifyings dieser Saison die Plätze sechs, fünf und elf belegt und dabei alle drei teaminternen Duelle gegen Mark Webber verloren. Der Australier sicherte sich diesmal Startplatz 3 hinter dem britischen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton, der sich im McLaren Vettel um 0,098 Sekunden geschlagen geben musste.

"Das fühlt sich großartig an. Das war der erste Schritt in die richtige Richtung", freute sich Vettel und schickte ein Lob an seine Mechaniker hinterher: "Die Jungs haben extrem hart gearbeitet. Ich weiß nicht, wie sie das machen. Sie schlafen jede Nacht nur zwei, drei Stunden und haben trotzdem noch volle Energie." Während sich Vettel mit neuem Auspuff und modifiziertem Heck in der Wüste im Aufwind befindet, setzte bei Mercedes Ernüchterung ein.

Nico Rosberg kam nach seiner ersten Pole am vergangenen Wochenende in Shanghai nicht über Platz 5 hinaus und startet damit noch hinter Jenson Button im zweiten McLaren. Dabei war der Sieger des China-GP als Schnellster des Freitags- und des Vormittagstrainings ins Qualifying gegangen. Dort kam der 26-Jährige aber nicht richtig auf Touren.

"Ich war am Ende nicht schnell genug", räumte Rosberg ein, war aber dennoch nicht allzu frustriert. "Es ist doch auch was Schönes, dass man nach Platz 5 enttäuscht ist", sagte er schmunzelnd: "Und wir haben noch einen Satz Reifen. Das war unsere Strategie. Deshalb bin ich guter Dinge."

Schumacher von Defekt ausgebremst

Michael Schumacher muss dagegen seine Hoffnungen auf eine Top-Platzierung wohl erneut begraben. Ein defekter Seilzug an seinem W03 bremste den Rekordchampion aus und beendete das Qualifying des 43-Jährigen bereits nach 20 Minuten. "Wir hatten technische Probleme mit dem Heckflügel und waren gezwungen, in der Box zu warten", berichtete Schumacher, der zuletzt in China noch auf Platz zwei in der ersten Startreihe gestanden hatte: "Dieses Problem hatte mich auf meiner Runde schon Zeit gekostet."

Anschließend musste Schumacher aus der Box tatenlos zuschauen, wie er im Klassement nach hinten durchgereicht wurde, bevor ihn Heikki Kovalainen in den letzten Sekunden von Q1 noch von Platz 17 auf 18 verdrängte. Am Ende verpasste der Altmeister das Weiterkommen um 0,013 Sekunden. Ins Rennen wird Schumacher jedoch als 17. starten, weil der vor ihm platzierte Williams-Pilot Pastor Maldonado wegen eines Getriebewechsels um 5 Plätze zurückversetzt wird.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verbreitete dennoch Optimismus. "Wenn alles passt, kann Michael - wie Nico mit genügend neuen Reifen ausgestattet - gut nach vorne fahren", glaubt Haug.

Auch für Timo Glock war nach dem ersten K.o.-Durchgang Feierabend. Als 23. musste sich der Marussia-Fahrer erstmals in dieser Saison nicht nur seinem Teamkollegen Charles Pic (21.) geschlagen geben, sondern mit Pedro de la Rosa auch einem HRT-Piloten. "Ich hatte unheimliche Probleme auf der Hinterachse und keine Stabilität mit der Bremse. Mich ärgert am meisten, dass wir kein Rezept dafür haben", klagte Glock.

Für Force-India-Pilot Nico Hülkenberg war das Qualifying mit Platz 13 nach Q2 beendet. Damit musste sich der 24-Jährige erneut seinem Teamkollegen Paul di Resta geschlagen geben. Der Brite schaffte den Sprung in Q3 und wird hinter Ferrari-Star Fernando Alonso von Position 10 ins Rennen (Sonntag, 14:00 Uhr live bei RTL und sport.de) gehen.