Vettel erneuert Kritik - Ferrari als letzte Station?

15. Februar 2016 - 12:29 Uhr

Ode auf Ferrari, Kritik an den F1-Boliden: Sebastian Vettel hat sich in einem Interview von zwei Seiten gezeigt. Zum einen lebt der Scuderia-Mann seinen Traum in Rot, zum anderen ist er enttäuscht von der Entwicklung der Formel 1, der er aber wohl trotzdem nicht so schnell den Rücken kehren wird - genauso wenig wie Ferrari.

Sebastian Vettel, Ferrari
Sebastian Vettel hat seine Kritik an den F1-Boliden erneuert.
© Getty Images, Bongarts

Er ist heiß, richtig heiß auf das neue Jahr. Mit der famosen Debüt-Saison für Ferrari im Rücken will Sebastian Vettel die Dominanz von Mercedes brechen. Und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, wenn der viermalige Weltmeister über die Königsklasse des Motorsports spricht. "Der Zuschauer muss sich wieder mit der Technik im Auto identifizieren können, momentan ist sie viel zu komplex. Dazu kommt, dass der Sound fehlt. ", sagte Vettel in einem auf seiner Homepage veröffentlichten Interview und erneuerte damit seine Kritik an den aktuellen Autos.

Seit der Einführung der Hybridmotoren zur Saison 2014 hatte die F1 den Veränderungen in der Serienproduktion Rechnung getragen, die Entwicklung der Boliden soll wieder enger mit der Technik für Straßenautos verknüpft sein. Die leiseren, verbrauchsärmeren Motoren sowie die komplizierte Technik riefen allerdings viele Kritiker auf den Plan - wie Vettel. "Ich glaube, dass es primär um den Sport gehen sollte und darum, welcher Fahrer der schnellste ist", meint der Ferrari-Pilot: "Das Auto spielt heute sowie in der Vergangenheit eine maßgebliche Rolle. Wir sollten uns aber nicht in den zu komplizierten Regularien verlieren."

Trotz aller Kritik an der Formel 1 ist Vettel weiterhin Feuer und Flamme für seinen Sport, und das liegt vor allem an Ferrari. Als "traumhaft" bezeichnet der Deutsche seine erste Saison mit den 'Roten', für die er auf Anhieb drei Siege eingefahren hatte. "Die Steigerung des gesamten Teams zum Vorjahr war riesig. Deswegen ist die Saison 2015 ein voller Erfolg. Ich glaube wir konnten sie bereits in 2015 das ein oder andere Mal ärgern", blickt Vettel zurück.

Vettel schwört Ferrari die Treue

Geht es nach dem 28-Jährige, werden die Silberpfeile in dieser Saison vom Thron geholt. Wie hoch er die Wahrscheinlichkeit einschätzt, dass es am Ende wirklich so kommt? "Fragen Sie doch einen Buchmacher. Eine Prognose über die vor einem liegende Saison abzugeben ist immer schwer, aber natürlich werden wir alles geben", antwortet Vettel, der sich am liebsten mit Kimi Räikkönen ein Duell um die Fahrer-Weltmeisterschaft liefern würde, "weil das bedeuten würde, dass wir ein sehr starkes Auto haben, mit welchem wir beide um die WM fahren können."

Klappt das nicht, wird Vettel der Scuderia in naher Zukunft trotzdem nicht den Rücken kehren. "Ich fühle mich derzeit so wohl und mache mir keine Gedanken", sagte Vettel zu einem möglichen Engagement bei Mercedes. Und weil ihn der Mythos Ferrari so sehr gepackt hat, könnte der Rennstall aus Maranello sogar die letzte Station in der F1-Karriere des WM-Dritten sein. "Mag sein ... Rein vom Typ her bin ich auch kein Mensch, der vom einen Jahr aufs andere immer wieder zu einem anderen Team wechselt. Das bin ich nicht, das war ich noch nie. In keinem Lebensbereich. Im Moment fühle ich mich sehr wohl, und wir haben alle ein großes gemeinsames Ziel, was wir erreichen wollen."