Vettel: "Dieser Sieg gehört Jules"

Sebastian Vettel, Ferrari
Kämpfte nach seinem Ungarn-Sieg mit den Tränen: Sebastian Vettel
Getty Images, Bongarts

Sebastian Vettel kämpfte mit den Tränen, suchte nach den richtigen Worten. Nach seinem Premierensieg in Ungarn wurde der Ferrari-Star von den Gefühlen für Jules Bianchi und sein vor 21 Jahren verstorbenes Idol Ayrton Senna, dessen 41 Siege er gerade erreicht hatte, schlichtweg übermannt.

Sennas Rekord einzustellen sei einfach nur "unglaublich, da fehlen mir die Worte". "Aber dieser Sieg gehört Jules", sagte Vettel. "Es war eine sehr schwierige Woche, ein großer Verlust. Es ist das Mindeste, wenn der heutige Tag und das Rennen ihm gewidmet werden." Am Dienstag hatte Vettel gemeinsam mit fünf Fahrerkollegen Bianchi zu Grabe getragen hatte. Auch während des Rennens war der viermalige Weltmeister mit seinen Gedanken bei dem verstorbenen ehemaligen Fahrer-Kollegen.

"Die Höhen und Tiefen, durch die man geht, sind schon unglaublich. Am Ende haben wir eine gemeinsame Leidenschaft, etwas, das wir lieben, auch wenn wir sehr verschiedene Menschen sind", sagte Vettel. Der Franzose gehörte zur Ferrari-Familie. "Früher oder später wäre er für dieses Team gefahren", sagte Vettel.

Gemeinsamer Abschied von Bianchi

Vor dem Start hatte die gesamte Formel-1-Familie gemeinsam mit den Eltern und Geschwistern Abschied von dem vor einer Woche verstorbenen Bianchi genommen. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte Bianchis Vater Philippe, Mutter Christine, Schwester Mélanie und Bruder Tom in seinem Privat-Jet von Nizza einfliegen lassen.

"Es ist eine schreckliche Situation. Aber die ganze Familie wollte hier sein, um diese Unterstützung zu erfahren", sagte Philippe Bianchi. "Jules ist auch hier bei uns an diesem Tag."

Zum Gedenken an Bianchi bildeten die Fahrer zur ungarischen Nationalhymne zusammen mit der Familie des Franzosen einen Kreis um ihre Helme, zu denen Tom Bianchi auch den von Jules gelegt hatte. Es waren bewegende Momente, wie sie die Motorsport-Königsklasse seit den letzten tödlichen Fahrer-Unfall 1994 von Senna am 1. Mai 1994 und Roland Ratzenberger am 30. April 1994 nicht mehr erlebt hat.