20. Dezember 2016 - 8:08 Uhr

Eine trauernde Hundebesitzerin bittet um Hilfe

Sie sind verwurmt, riechen nach Kot und Urin und sind völlig desillusioniert: Kleine Welpen, die in Polen für nur wenige Euros an Händler verkauft werden, die sie in Deutschland weiterverkaufen sollen. Angeblich als Züchter. Doch ein RTL-Team hat sie gestellt – mit versteckter Kamera!

​Doch von vorne: Einen süßen Hundewelpen für die Kinder zu Weihnachten, Nicki W. hatte sich das so schön vorgestellt - nur leider ging es schief. Sie kaufte einen Hundewelpen bei Ebay, der schon kurze Zeit später starb, weil eine Hundemafia ihr mieses Geschäft abgezogen hat und einen todkranken Hund verkaufte. "Er hat angefangen, Würmer zu brechen und auszuscheiden und nicht mehr getrunken und gegessen", erzählt die Mutter. Die Tierärztin gab dem hilflosen Tier keine Chance mehr. Der Welpe starb in den Armen seiner neuen Besitzerin.

Aus Wut und Enttäuschung erstattete sie Anzeige bei der Polizei, sie befürchtete, auf illegale Hundehändler reingefallen zu sein und bat RTL um Hilfe. Zusammen mit Tierschützer Stefan Klippstein gingen wir der Hundemafia auf die Spur. Im Netz fanden wir viele solcher Anzeigen, in denen kleine Welpen viel zu günstig verkauft werden - ein erstes Indiz: "370 Euro für einen reinrassigen Yorkshire Terrier ist völliger Quatsch. Bei einem seriösen Züchter kosten sie 1.000 bis 1.200 Euro", erklärte der Experte. Ein weiteres Indiz für illegale Verkäufer waren die Bilder der Anzeige, auf denen stets süße kleine Welpen ohne Hintergrund auf einer Couch gezeigt werden.

So arbeiten die Hintermänner

​Zum Schein ging das RTL-Team auf ein Angebot ein und traf auf offener Straße spätabends eine Frau in Berlin, die uns einen Welpen verkaufen wollte. Angeblich sei er hier aufgewachsen, doch er hatte einen polnischen Pass. Die Polizei rückte an, da die Frau offenbar professionell Hunde aus Polen verkaufte. Aus Geldnot sei sie zur Hundeverkäuferin geworden, bekäme 50 Euro pro verkauften Hund. "Das ist sehr oft so, dass Leute, die in schweren finanziellen Situationen stecken, von der Hundemafia angeheuert werden, gegen Provision diese Hunde zu verkaufen."

Doch uns interessieren nicht nur die Zwischenhändler, sondern auch die Hintermänner. Ein RTL-Team fuhr nach Polen, um sich als Welpenhändler getarnt mit genau diesen zu treffen - mit dabei war eine versteckte Kamera, Tierschützer und die polnische Polizei. Und tatsächlich, für nur 220 Euro wurden fünf verwahrloste, kranke, junge Welpen angeboten. Die ganze Geschichte, was mit den Hintermännern passierte und wie die Polizei diesen Handel nun stoppen will, sehen Sie im Video!