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Verwirrung um Mallorca-Reisen: Achtung bei diesen Angeboten!

Aufhebung der Reisewarnung durch Auswertiges Amt - Wiederaufnahme der touristischen Flüge von Hamburg nach Mallorca -
Aufhebung der Reisewarnung durch Auswertiges Amt - Wiederaufnahme der touristischen Flüge von Hamburg nach Mallorca -
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

16. Juni 2020 - 18:47 Uhr

Am Flughafen abgewiesen: Wer zahlt jetzt die Mallorca-Reise?

Reiseveranstalter wie TUI bieten auch vor dem 21. Juni Reisen nach Mallorca an, die nicht Teil des Pilotprojekts sind. Viele Deutsche sind verunsichert und buchen, weil sie denken, dass TUI maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist. Das böse Erwachen gab es dann gestern für einige Urlauber am Flughafen: Wer nicht Teil des Pilotprojekts ist, durfte gar nicht erst in den Flieger nach Mallorca steigen. Und dann sind da die Leute, die Flüge gebucht haben und nicht reisen durften, bei den Airlines aber nur zu hören bekommen, dass diese keine Infos haben. Wie kann das sein und wer bezahlt denn nun die entstandenen Kosten? Das beantwortet uns RTL-Reiseexperte Ralf Benkö.

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Quarantänepflicht auf Mallorca bis einschließlich 20. Juni

Vor nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen nach Spanien wird aufgrund der aktuell bis zum 21. Juni 2020 geltenden Einreisebeschränkungen für Ausländer weiterhin noch gewarnt, so das Auswärtige Amt. Alle nach Spanien Einreisenden sind verpflichtet, sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben. Die Quarantäneverpflichtung gilt bis zur Beendigung des Alarmzustands am 21. Juni 2020.

Seit dem 15. Juni 2020 werden aber, im Rahmen eines Pilotprojekts, für einzelne Flugverbindungen zwischen Deutschland und den Balearen-Inseln für bis zu 10.900 deutsche Touristen Ausnahmen von dem ansonsten geltenden Einreiseverbot gewährt. Auch die Quarantänebestimmungen entfallen in diesen Fällen. Aber offenbar wussten Mitarbeiter in den Reisebüros und auch die Kunden von Eurowings nicht richtig Bescheid, wer zum Pilotprojekt gehört und wer demnach nur einreisen darf.

TUI bietet Pauschalreisen vor dem 21. Juni an

Trotz Reisewarnung des Auswärtigen Amts bietet TUI Pauschalreisen auch vor dem 21. Juni an, z.B. eine Reise in den Robinson Club Cala Serena am 20. Juni für rund 1.500 Euro mit einem Flug mit Eurowings an. Die Fluggesellschaft Eurowings ist aber gar nicht Teil des Pilotprojekts. In einem Pressestatement gegenüber RTL äußerte die Fluglinie: "Eurowings ist an diesem Pilotprojekt nicht beteiligt. Entsprechend gelten für Eurowings-Passagiere keine besonderen Vorteile bei der Einreise."

Und einreisen dürfen z.B nur Personen, die sich auf der Rückreise zu ihrem Wohnsitz befinden, Gesundheits- bzw. Pflegepersonal auf dem Weg zur Arbeitsstätte, Arbeitnehmer im Warentransport, Flugpersonal, Personen, die eine Notsituation nachweisen können oder denen die Einreise aus humanitären Gründen gestattet wird, so das Auswärtige Amt. Pauschalurlauber oder Urlauber, die nur einen Flug über Eurowings gebucht haben, gehören also nicht dazu.

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Flüge müssen autorisiert sein

Einreisen darf nur, wer einen autorisierten Flug gebucht hat, also am Pilotprojekt teilnimmt. Auf RTL-Nachfrage bei TUI, warum trotzdem eine Reise mit einem unautorisierten Flug angeboten wird, heißt es Folgendes: "Auch die Eurowings-Flüge nach Mallorca waren eigentlich für das Pilotprojekt vorgesehen. Weil sie dafür dann aber doch kein Kontingent bekommen haben, sei das Problem erst entstanden", so der Reiseveranstalter. "Man habe aber reagiert und nachträglich jetzt doch noch eine zusätzliche Genehmigung für einige der Eurowings-Flüge auf der Strecke Düsseldorf-Mallorca bekommen.", erklärt TUI die Situation gegenüber Reiseexperte Ralf Benkö.

Kosten für Pauschalreisen müssen erstattet werden

Aber müssen die ahnungslosen Mallorca-Urlauber nun auf ihren Kosten sitzenbleiben? RTL-Reiseexperte Ralf Benkö sagt: Nein! "Wenn ich eine Pauschalreise gebucht habe, haftet der Reiseveranstalter natürlich dafür, dass die Reise wie angeboten durchführbar ist. Die derzeitigen Einschränkungen für Deutsche in Spanien bis zum 21. Juni sollten Veranstaltern eigentlich bestens bekannt sein. Wenn sie das nicht berücksichtigen und der Urlaub deshalb nicht zu Stande kommen sollte, müssten Veranstalter den Reisepreis zurückerstatten. Zusätzlich könnten Urlauber dann auch einen Aufschlag für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit verlangen.", so Ralf Benkö.

Auf Nachfrage bei TUI bestätigt uns der Reiseveranstalter die Kosten zu erstatten: Für Urlauber, deren Flug nicht wie geplant stattfinden kann, bietet die TUI eine kostenfreie Umbuchungsmöglichkeit an - alternativ die Rückzahlung des Reisepreises plus einen zusätzlichen Reise-Gutschein.

Etwas problematischer gestaltet sich die Situation allerdings für Urlauber, die einen Flug auf eigene Faust gebucht haben. "Wenn ich selbst einen Flug buche, dann bin ich auch selbst dafür verantwortlich, dass ich vorher prüfe, ob ich in das Land auch reisen darf, was ich dabei beachten muss. Deshalb ist es sinnvoll, dass man sich gerade jetzt in Corona-Zeiten als Urlauber vor einer Buchung beraten lässt, im Reisebüro, damit man nichts Falsches bucht. Denn sonst müsste man den Schaden vermutlich selbst tragen.", so Benkö.

Informieren Sie sich also vor einer Buchung genau, wie die Einreisebestimmungen sind. Ab dem 21. Juni hat sich das Kontingent-Problem für Mallorca allerdings eh erledigt.

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