Affenhaus im Krefelder Zoo niedergebrannt

Verursacherinnen bekommen im Internet Todesdrohungen

06. Januar 2020 - 10:43 Uhr

In Facebook-Kommentaren wird den Frauen der Tod oder die Todesstrafe gewünscht

Nachdem in der Silvesternacht das Affenhaus im Krefelder Zoo niedergebrannt ist, kochen im Netz die Emotionen hoch. Gegen die drei Frauen, die den Brand unabsichtlich mit einer verbotenen Himmelslaterne ausgelöst haben sollen, gibt es jetzt sogar Todesdrohungen, wie Gerhard Hoppmann, Ermittlungsleiter der Krefelder Polizei im RTL-Interview erklärt. Mit welchen Kommentaren die drei jetzt konfrontiert werden – in unserem Video.

Nach dem Brand in Krefeld kümmert sich der Opferschutz um die Täterinnen

Brand im Krefelder Zoo
Das Affenhaus im Krefelder Zoo brannte komplett ab - eine Himmelslaterne soll das Feuer verursacht haben.
© dpa, Andreas Drabben, drabben andreas

"Wir haben auf unserer Facebookseite bei der Polizei Krefeld festgestellt, dass es tatsächlich Personen gibt, die sich für die Täterinnen die Todesstrafe wünschen", erklärte er. "Es wird ihnen der Tod gewünscht." Solche Kommentare würden natürlich sofort gelöscht, aber sie machen die ohnehin schon schwierige Situation für die drei mutmaßlichen Verursacherinnen noch härter.

"Das sind Menschen, die auch zutiefst am Boden zerstört sind, psychologisch extrem betroffen sind und sind eher hilfebedürftig in dieser Situation als dass man ihnen den Tod wünschen sollte", sagte Hoppmann im Interview. Inzwischen kümmert sich sogar der Opferschutz der Polizei um die Mutter und ihre beiden erwachsenen Töchter.

Täterinnen überlegen, ob sie aus Krefeld wegziehen müssen

Fast alle Tiere kamen bei dem Feuer im Affenhaus ums Leben
Fotos aus den letzten Tagen von seltenen Orang Utan Affen aus dem Krefelder Affenhaus.
© imago images/Martin Wagner, Martin Wagner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die drei Frauen hatten in der Silvesternacht verbotenerweise fünf Himmelslaternen steigen lassen, die sie mit guten Wünschen für das neue Jahr beschriftet hatten. Ihnen sei nicht klar gewesen, dass die Laternen in Deutschland verboten sind. Als sie am nächsten Tag aus den Medien erfuhren, was eine ihrer Laternen angerichtet hatte, stellten sie sich sofort der Polizei.

"Die waren auch in der Vernehmung extrem niedergeschlagen", bestätigte der Ermittlungsleiter. Die Frauen hätten geweint und sogar darüber nachgedacht, ob sie jetzt aus Krefeld wegziehen müssten, wenn die Sache sich herumspricht. Die Frauen müssen jetzt nicht nur mit der Schuld leben, für den Tod fast aller Tiere im Affenhaus verantwortlich zu sein, auf sie kommt wahrscheinlich auch ein Prozess zu.

„Wir alle müssen jetzt mit diesem Schrecklichen klar kommen“

Krefeld Affenhaus abgebrannt
Vor dem Zoo legten viele Menschen Kuscheltiere und Kerzen nieder, um ihre Trauer um die Affen auszudrücken.
© REUTERS, THILO SCHMUELGEN, TS/MAR

Sollten die Frauen wegen fahrlässiger Brandstiftung verurteilt werden, drohen ihnen bis zu fünf Jahren Haft, erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens auf RTL-Nachfrage. Außerdem könnten Schadensersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe auf die Krefelderinnen zukommen.

Dass jemand in dieser Situation auch noch Todesdrohungen gegen die Mutter und die Töchter ausspricht, kann der Ermittler nicht verstehen. "Es handelt sich hier nicht um hochkriminelle Straftäter, sondern um Frauen, die etwas getan haben, dazu sogar stehen und wo was Schreckliches passiert ist", meint er. "Wir alle müssen jetzt mit diesem Schrecklichen klar kommen, aber es kann nicht sein, dass sich die Wut jetzt an diesen Menschen entlädt."

Wie Sie dem Krefelder Zoo mit Spenden helfen können, haben wir hier zusammengefasst.