Verteidigungsministerin von der Leyen im RTL-Interview: Aktuelle Vorfälle "machen alles kaputt"

Bedauerliche Einzelfälle?

Harte Zeiten für Deutschlands oberste Felddame, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU): Sie machte in der Bundeswehr ein Haltungsproblem aus, kritisierte einen falsch verstandenen Korpsgeist und Führungsschwäche. Die Reaktion aus der Truppe kam umgehend. So könne die Ministerin nicht über die Soldatinnen und Soldaten sprechen. Sie stilisiere einen Einzelfall hoch und bringe so die gesamte Bundeswehr in Misskredit.

Hat man Franco A. 'einfach machen lassen'?

Der Einzelfall, um den es geht, war der Soldat Franco A. Dazu ein Hakenkreuz auf einer G 36, ein Wehrmachtssoldat als Wandschmuck, Bilder aus den Gängen in der Kaserne in Illkirch, in der Oberleutnant Franco A. zuletzt stationiert war. Zudem sei die Gesinnung des Soldaten A. lange bekannt gewesen. Der Vorfall Franco A., reiht sich ein in Skandale um sexuelle Nötigungen, Misshandlungen, Mobbing bei der Bundeswehr. Alles bedauerliche Einzelfälle oder hat die Ministerin mit ihrer Kritik doch recht?

Kein Rücktritt

Im Interview mit RTL-Aktuell-Anchor Peter Kloeppel nahm von der Leyen zu den Geschehnissen, die Vorwürfe von ihr und gegen sie Stellung. Für einen Rücktritt sieht sie keine Veranlassung, eher sieht sie in den Vorfällen Motivation, "ein Konzept auf den Weg zu bringen, das Dinge verändert, weil wir merken, da ist Diskussionsbedarf, das heißt dann immer auch Veränderungsbedarf".

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Große Mehrheit leistet "tadellosen und anständigen Dienst"

Auch wehrt sich die Ministerin gegen den Vorwurf, sie hätte ihre Kritik zu pauschal formuliert. Sie habe lediglich deutlich machen wollen, dass sich in den Vorfällen der letzten Wochen die Muster ähnelten, "nämlich dass Dinge vertuscht worden sind, dass man darüber hinweg gesehen hat, dass es lange toleriert worden ist (…) das ist so bitter, weil die ganz große Mehrheit der Soldatinnen und Soldaten einen tadellosen und anständigen Dienst leistet." Die aktuellen Vorfälle aber "müssen wir ernst nehmen, die machen alles kaputt".