Versuchter Ehrenmord in Baden-Württemberg - Jetzt spricht der Vater von Alaa (17): "Überall war Blut"

3. März 2018 - 17:40 Uhr

Bruder und Ehemann aus Laupheim wurden verhaftet

In Laupheim (Baden-Württemberg) ist ein 17-jähriges Flüchtlingsmädchen in seinem eigenen Kinderzimmer niedergestochen worden. Die Polizei verhaftete den 20 Jahre alten Bruder und einen 34-jährigen Syrer, der nach islamischem Recht mit dem Mädchen verheiratet war. Bei den Ermittlungen zu dem versuchten Ehrenmord kommen immer mehr grausame Details ans Licht.

"Ich genieße den Anblick, wie sie stirbt"

Die beiden Männer griffen die 17-jährige Alaa W., die mit ihrer Familie als Flüchtling aus Libyen nach Deutschland kam, in der Wohnung ihrer Eltern mit einem Messer an. Das Mädchen hatte sich in einen anderen Mann verliebt. Das konnte der Ehemann offenbar nicht ertragen. Ihr eigener Bruder soll der 17-Jährigen das Messer in die Brust gerammt und ihre Mundwinkel eingeschlitzt haben. Für die Polizei ist der 20-Jährige kein Unbekannter.

Während der Teenager verängstigt und blutend auf seinem Bett lag, filmte sogar einer der beiden mit dem Handy. Das Video sollen sie dem neuen Freund der 17-Jährigen geschickt haben. In dem Video soll auch noch ein anderer Bruder des Opfers zu sehen sein. "Ich genieße den Anblick, wie sie stirbt", sagte er laut dem Zeitungsbericht in die Kamera und rauchte seelenruhig eine Zigarette, während seine Schwester um Gnade flehte.

"Überall war Blut", schildert der Vater von Alaa W. den versuchten Ehrenmord

Alaa W. hat es vermutlich ihrem Vater zu verdanken, dass sie noch am Leben ist. "Sie rief Papa, Papa. Überall war Blut", erzählt der Mann im RTL-Interview. Er war es auch, der einen Krankenwagen für das schwerverletzte Mädchen rief. Was er von der Tat hält, erfahren Sie im Video.

Das Opfer, das im dritten Monat schwanger sein soll, wie die 'Bild' berichtete, hatte riesiges Glück. Das Messer verfehlte alle lebenswichtigen Organe, so dass das Mädchen die Attacke überlebte. Die "schwer verletzte 17-Jährige ist inzwischen außer Lebensgefahr", erklärte die Polizei.

Alaas Bruder ist kein Unbekannter für die Baden-Württemberger Polizei

Beide Täter flohen zusammen vom Tatort und wurden ein paar Tage später von der Polizei in einem Zug am Bahnhof in Schweinfurt verhaftet. Bei der Vernehmung räumte der Bruder des Opfers ein, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Der ältere Bruder des Mädchens wurde nur wenige Tage vor der Tat aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen ihn läuft vor dem Amtsgericht Biberach ein Verfahren wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und uneidlicher Falschaussage. Der als islamistischer Gefährder eingestufte Mann soll dabei geholfen haben, Bombenbauteile nach Dänemark zu schmuggeln. Er fiel außerdem durch Diebstahl, Körperverletzung, Nötigung und Verstoß gegen das Ausländergesetz auf. Warum der Libyer nicht längst abgeschoben wurde, konnten die zuständigen Behörden nicht sagen.