Hamilton stellt sich der Jagd

Verstappen setzt Mercedes unter Stress

Voll fokussiert: Max Verstappen.
Voll fokussiert: Max Verstappen.
© HOCH ZWEI/Pool/XPB Images, ps

15. April 2021 - 21:35 Uhr

Die Vorherrschaft von Mercedes in der Formel 1 scheint in Gefahr. Nach Lewis Hamiltons glücklichem Erfolg beim Saisonauftakt plant der Herausforderer bereits Ärger. Red-Bull-Pilot Max Verstappen möchte auf einer denkwürdigen Strecke ein womöglich denkwürdiges Duell anheizen.

Gerne wie in Bahrain, nur anders!

Senna gegen Prost, Lauda gegen Hunt, Ferrari gegen McLaren - es sind die großen Rivalitäten, die im Gedächtnis bleiben. Für die Formel 1 und die gerade erst gestartete Saison 2021 ist das eine vielversprechende Gewissheit. Denn das Duell, das sich in diesem Jahr abzeichnet, verspricht ähnlich denkwürdig zu werden.

Lewis Hamilton gegen Max Verstappen, Mercedes gegen Red Bull: Beim Großen Preis der Emilia-Romagna am Sonntag in Imola (15 Uhr bei RTL) geht der Zweikampf in die nächste Runde. Wird es ähnlich packend wie in Bahrain? "Gerne", sagte Herausforderer Verstappen. "Nur mit einem anderen Ausgang." Es gebe noch 22 Rennen, um sich zu steigern. "Ich sehe keinen Grund, warum das Auto nicht wieder so wettbewerbsfähig sein sollte", sagte Verstappen.

Mercedes glaubt an komplizierte Saison

Für Platzhirsch Mercedes wäre das eine denkbar schlechte Nachricht. Schon beim spannenden Auftakt in Bahrain vor drei Wochen war der Silberpfeil das unterlegene Auto. Die Jahre der teils erdrückenden Dominanz scheinen Vergangenheit. Über 56 Runden war unklar, wer in Bahrain gewinnen würde. Letztlich war es der an diesem Abend in der Wüste von Sakhir weltmeisterliche Auftritt von Rekordchampion Lewis Hamilton, der den ersten Saisonsieg für Mercedes vor dem zweitplatzierten Verstappen sicherte.

"Wir haben das erste Rennen gewonnen, aber wir machen uns keine Illusionen, dass dies eine unkomplizierte Saison wird", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Dem Auto fehle es auf einer Runde noch an Pace. Mercedes-Pilot Valtteri Bottas drückte es so aus: "Wir sind jetzt die Jäger, nicht mehr die Gejagten." Auch Hamilton blieb nicht verborgen, wie gut Red Bull aus den Startlöchern gekommen ist. "Es dürfte eine schöne Saison werden. Unterhaltsam, so oder so", sagte der Brite.

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Der Samstag ist bereits entscheidend

Die Jagd führt am Wochenende auf die ikonische Rennstrecke in Imola. Vorentscheidend könnte schon das Qualifying am Samstag werden. Auf dem relativ schmalen Kurs im Autodromo Enzo e Dino Ferrari ist das Überholen vergleichsweise schwierig. Ein guter Startplatz der Teamkollegen Bottas und Sergio Perez (Red Bull) ist aus taktischer Sicht deshalb besonders bedeutsam. Auch die 528 Meter lange Boxengasse - die längste in diesem Jahr - müssen die Strategen beachten.

Der Fokus liegt dabei zweifellos auf dem Duell Hamilton gegen Verstappen. Es elektrisiert auch deshalb, weil beide die Formel 1 neben ihrer fahrerischen Klasse mit Charakter und Persönlichkeit bereichern. Da wäre Hamilton, der Jet-Setter und Modeliebhaber, der zugleich seine Bühne nutzt, um immer wieder Missstände bei politisch wichtigen Themen wie Umweltschutz und Gleichberechtigung anzuprangern.

Seine Vormachtstellung wird attackiert von Verstappen, dem niederländischen Ausnahme-Talent mit dem scheinbar grenzenlosen Selbstvertrauen. Ob er so etwas wie Selbstzweifel kenne, wurde er im Interview mit dem Münchner Merkur und der tz gefragt. "Ich glaube nicht", sagte Verstappen: "Ich versuche immer, das Maximale aus mir herauszuholen. Das gelingt mir sehr gut." In Imola will er das erneut unter Beweis stellen.

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