Versorgung nicht gefährdet: "Hamsterkäufe unnötig"

23. März 2020 - 14:50 Uhr

In Schleswig-Holstein sind die Produktion von Lebensmitteln und die Versorgung mit Lebensmitteln vorerst gesichert. Dies gilt auch für den Absatz der landwirtschaftlichen Produkte, wie die Landwirtschaftskammer am Montag auf Anfrage mitteilte. Danach haben sich die landwirtschaftlichen Märkte in Schleswig-Holstein nach der ersten Unruhe "gut auf die aktuelle Corona-Situation eingestellt". Kurzfristige Engpässe seien lediglich durch Hamsterkäufe entstanden. "Diese konnten jedoch schnell wieder beseitigt werden", sagte Kammersprecherin Daniela Rixen.

"Derzeit muss jedoch in der Logistik viel umgestellt werden", sagte Rixen. So würden Hotels, Gaststätten und Kantinen zurzeit nichts mehr bestellen. Doch habe sich die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel deutlich erhöht. Dies betreffe vor allem Produkte wie Kartoffeln, Mehl und Milchprodukte, sagte Rixen. Im Fleischhandel ließen sich höherwertige Artikel wie Filet nur schwer absetzen. "Gefragt sind einfache Gerichte wie Hackfleisch und Nudeln, die sich auch zuhause zubereiten lassen."

Lebensmittel-Verarbeitungsbetriebe wie Mühlen und Schlachtereien haben laut Landwirtschaftskammer oft auf Mehrschichtbetrieb umgestellt, um im Fall von Coronakrankheit oder Quarantäne die Arbeit fortsetzen zu können. So konnten Abpackbetriebe beispielsweise die höhere Nachfrage nach Kartoffeln durch zusätzliche Schichten bedienen. Zusätzliche Mengen seien aus Niedersachsen beschafft und geplante Exporte nach Osteuropa storniert worden. "Oftmals sind kurzfristige Engpässe nur durch unsoziale Hamsterverkäufe entstanden. Diese konnten jedoch schnell wieder beseitigt werden", sagte Rixen: "Wichtig ist, dass die Kette zwischen Landwirt, Produktion und Verbraucher erhalten bleibt. Hier zahlt es sich aus, wenn diese in einer Region liegen."

Grundsätzlich fehlen den Landwirten Saisonarbeiter aus Osteuropa. So seien Betriebe mit Intensivkulturen wie Erdbeeren oder Spargel auf diese Arbeitskräfte angewiesen. "Die Preise im Lebensmitteleinzelhandel und für den Landwirt sind stabil geblieben, da insgesamt genügend Ware da ist", sagte Rixen.

Quelle: DPA