Prozessauftakt am Amtsgericht Hamburg

Versicherungsabzocke? Hamburgerin soll ihr eigenes Auto angezündet haben

Ein Auto brennt
Ein Auto brennt. Foto: David Young/dpa/dpa-tmn/Symbolbild
deutsche presse agentur

Frau schob Brand offenbar G20-Randalierern in die Schuhe

Die Bilder von Gewalt, Ausschreitungen und brennenden Autos während des G20-Gipfels 2017 in Hamburg sind den meisten von uns in Erinnerung geblieben – jetzt hat am Amtsgericht Hamburg ein Prozess gegen eine 37-jährige Frau begonnen. Der Vorwurf: Sie soll die gewaltsame Randale im Zuge des G20-Gipfels ausgenutzt haben. So habe sie damals ihren 16.000-Euro-Mercedes angezündet. Anschließend soll sie einen Tag später den Vollschaden bei der Versicherung gemeldet haben. Als diese aber wider Erwarten die Vollkasko-Auszahlung ablehnte, fädelte die Frau laut Anklage ihren Plan weiter ein.

Geld floss aus Härtefallfonds für G20-Opfer

Nach den heftigen Eskalationen entstand in Hamburg ein Schaden in Millionenhöhe. Deshalb stellte das Land Hamburg gemeinsam mit der Bundesregierung einen 40-Millionen-Euro-Fonds für G20-Opfer zur Verfügung. Nachdem die Angeklagte von ihrer Versicherung abgewiesen wurde, soll sie ihre Entschädigung aus dem Fonds beantragt haben. Und damit nicht genug: Die 37-Jährige behauptete offenbar, dass sich in ihrem Mercedes noch das Hochzeitsgeschenk ihres Ehemannes befand: Ein 2700 Euro teurer Perserteppich. Die Frau bekam insgesamt ca. 15.000 Euro ausgezahlt.

Angeklagte streitet Vorwurf ab

Beim Prozess wies die Angeklagte den Vorwurf des Versicherungsbetruges von sich. Sie behauptete weiterhin, dass G20-Randalierer ihr Auto in Brand setzten. Laut ihrer Aussage soll sie am 9. Juli 2017 ihr Auto regulär vor ihrer Wohnung abgestellt haben. Von dem Brand habe sie angeblich erst gehört, als sie von der Feuerwehr alarmiert wurde. Am 4. November soll das Urteil fallen.