Verschenkt und ausgesetzt: Tierheime nach Weihnachten überfüllt

30. Dezember 2014 - 11:06 Uhr

Tierschützer fordern Sachkundenachweis für alle Tierarten

Ungeliebte Geschenke kann man umtauschen oder auch einfach wegwerfen. Schwierig wird es, wenn das Geschenk lebt. Doch kleine Kätzchen, Hunde oder Kaninchen machen viel Arbeit. So haben viele Besitzer keine Skrupel, sie gleich nach dem Fest einfach auszusetzen. Wenn das ungeliebte vierbeinige Geschenk Glück hat, überlebt es und kommt ins Tierheim – die sind derzeit so voll wie nie.

Tierheime nach Weihnachten überfüllt
Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund fordert Sachkundenachweis für alle Tierarten.

Viele Tiere seien zu leicht zu bekommen, bemängelt Beate Kaminski vom Tierheim Berlin. "Man kommt ans Tier übers Internet, über Kleinanzeigen, auf Parkplätzen. Deshalb kann jeder, der eigentlich keine Ahnung von Tierhaltung hat, sich ein Tier zulegen ohne viel gefragt zu werden."

Es gibt zwar einen verpflichtenden Sachkundenachweis. Allerdings ist dieser nur in manchen Bundesländern und auch nur für manche Tierarten gültig. Tierschützer fordern den Nachweis für fast alle Tiere. "Aus unserer Sicht dient dieser Sachkundenachweis dafür, dass spontane Käufe oder Tiere als Geschenk verhindert werden. Potenzielle Halter müssen sich so mit dem Tier beschäftigen", sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. In dem Nachweis wird der neue Besitzer über die Haltungsbedingungen befragt – bei manchen Hunderassen braucht es einen extra Lehrgang. Nach den Ferien rechnen Tierheime in ganz Deutschland mit einem erneuten Abgabeansturm.