Rettungskräfte waren mit Großaufgebot vor Ort

Verpuffung in Bergwerk Teutschenthal: Zwei Verletzte - Alle Personen gerettet

8. November 2019 - 14:00 Uhr

Alle Personen konnten gerettet werden

Bei einer Verpuffung in der Bergbaugrube Teutschenthal (Saalekreis) in Sachsen-Anhalt sind am Freitag zwei Menschen verletzt worden, rund 36 weitere Personen befanden sich in etwa 700 Metern Tiefe in einem Schutzraum unter Tage. Alle Personen konnten gerettet werden.

"Als der Grubenalarm kam, war es erstmal ein Schock"

Um 9:03 Uhr ging bei den Rettungskräften der erste Notruf ein, wie eine Sprecherin der Polizeiinspektion Halle gegenüber RTL bestätigte. "Als der Grubenalarm kam, war es erstmal ein Schock", so der Erik Fillinger, Technischer Geschäftsführer der Grube Teutschenthal. "Am Ende war ich sehr erleichtert als ich gesehen habe, dass zwei Kollegen nur leicht verletzt wurden."

Neben den beiden Verletzten konnten 36 unverletzte Kumpel gerettet werden. Einer der beiden Verletzten hat Schürfwunden im Gesicht. Sie werden im Krankenhaus auf weitere Verletzungen untersucht.

Grubenrettung verlief "reibungslos"

Eingeschlossen war niemand: Einige der Kumpel haben sich in dem ganz normalen Pausenraum in Teutschenthal gesammelt, als der Alarm ausgelöst wurde, berichtet Fillinger. Die anderen Kollegen haben sich neun Kilometer entfernt unter Tage im Grubenfeld Angersdorf eingefunden, dort befinde sich eine sogenannte Sicherheitskammer.

Grubenwehrübungen finden mindestens einmal im Jahr statt, deshalb habe Rettung heute "reibungslos funktioniert", so der Technische Geschäftsführer.

Die Polizei ermittelt

Was der Grund für die Verpuffung war, sei bislang unklar. Die Polizei will nun überprüfen, ob jemand fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben könnte. In Bezug auf die Verletzten müsse außerdem festgestellt werden, ob ein Körperverletzungsdelikt vorliegen könnte.

Die Grube Teutschenthal

In der Grube Teutschenthal arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. In den vergangenen 15 Jahren wurde das im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Bereits 1996 soll es im Bergwerk einen massiven Gebirgsschlag gegeben haben, bei dem Teile der Grube unter Tage eingestürzt waren und ein Erdbeben in Halle und Umgebung ausgelöst hatten. Im teutschenthaler Bergwerk werden heute auf 14 Quadratkilometern Grundfläche mineralische Abfälle deponiert. Zuvor war das Bergwerk rund 80 Jahre zur Kalisalzgewinnung betrieben worden.