Vermutlich vergifteter Pussy Riot-Aktivist Pjotr Wersilow aus Klinik entlassen

Nach knapp zweiwöchiger Behandlung in der Berliner Charité konnte Wersilow jetzt entlassen werden.
Nach knapp zweiwöchiger Behandlung in der Berliner Charité konnte Wersilow jetzt entlassen werden.
© REUTERS, HANDOUT, AP

26. September 2018 - 21:22 Uhr

Wersilows Gesundheitszustand hat sich deutlich verbessert

Ihm geht es schon deutlich besser: Der Pussy Riot-Aktivist Pjotr Wersilow konnte jetzt aus der Klinik entlassen werden. Vor knapp zwei Wochen war er auf eigenen Wunsch von einem Moskauer Krankenhaus in die Berliner Charité geflogen worden, um sich dort behandeln zu lassen. Das Krankenhaus teilte zwischenzeitlich mit, dass der Aktivist wahrscheinlich vergiftet wurde.

Berliner Charité hält es für wahrscheinlich, dass Wersilow vergiftet wurde

Seine Freundin sagte dem russischen Privatsender RTVi, Wersilow wolle auf jeden Fall nach Russland zurückkehren. Doch erst wollten sich die beiden aber noch ein paar Wochen Erholung gönnen.

Die Klinik hatte vor Kurzem erklärt, eine Vergiftung sei wahrscheinlich. Anders seien die Symptome des Aktivisten nicht zu erklären. Die toxikologischen Untersuchungen hatten jedoch bislang kein eindeutiges Ergebnis gebracht. Nach wie vor steht die Charité mit der erstbehandelnden Klinik in Moskau in Kontakt, um Weiteres in Erfahrung zu bringen.

Steckt Russland hinter der Gift-Attacke?

Wersilow selbst ist sich sicher, dass er vergiftet wurde. Und er weiß auch von wem. Er macht Russland selbst für die Giftattacke verantwortlich. "Ich gehe fest davon aus, dass der russische Geheimdienst hinter meiner Vergiftung steckt, möglicherweise der russische Aufklärungsdienst GRU", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Der 30-Jährige sieht einen Zusammenhang zu drei russischen Journalisten, die im Juli in Zentralafrika ermordet worden seien. Sie seien eng mit ihm verbunden gewesen und hätten über russische Söldner in Zentralafrika berichten wollen. Er kündigte an, den Tod der Journalisten weiter aufklären zu wollen. Pussy Riot ist mit spektakulären Aktionen gegen Justizwillkür und Korruption weltweit bekannt geworden.

Quelle: DPA/RTL.de