Nachforschungsverfahren

Todesfall in der Familie: So forschen Angehörige nach Vermögen

Viele Vermögenswerte bleiben teilweise unentdeckt.
Viele Vermögenswerte bleiben teilweise unentdeckt.
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17. September 2021 - 13:54 Uhr

„Da muss doch noch was gewesen sein!“

Viele Verstorbene hinterlassen nach ihrem Lebensende nur spärliche Informationen über verbleibendes Vermögen. Ob Sparbücher, Depots oder Konten – es gibt einen Weg, wie sich Hinterbliebene Gewissheit verschaffen können: das Nachforschungsverfahren. Wir erklären, wie es funktioniert.

Die Suche nach den Konten, Schließfächern und Depots

Nach dem Tod müssen sich viele Angehörige neben der Trauer auch noch um die Hinterlassenschaften kümmern. Anstrengend wird es, wenn der oder die Verstorbene nicht deutlich gemacht hat, inwieweit sie Vermögen hinterlässt. In so einer Situation verschiedene Banken abzuklappern, kann Nerven kosten, die durch den Verlust sowieso schon blank liegen. Um Angehörigen diese Arbeit zu ersparen, hat der Bundesverband der deutschen Banken (BDB) das Nachforschungsverfahren eingerichtet.

So funktioniert das Nachforschungsverfahren

Als Interessenvertretung aller deutschen privaten Banken führt der BDB das Nachforschungsverfahren durch. Bei dem Suchverfahren werden dann alle privaten deutschen Banken nach aktuell bestehenden Konten durchsucht, die auf den Namen des Verstorbenen laufen. Nach bereits aufgelösten Konten kann nicht mehr gesucht werden. "Findet sich eine Bank, bei der noch ein Vermögenswert schlummert, setzt sich diese mit den Erbberechtigten direkt in Verbindung", so der BDB.

Konten bei ausländischen Banken befinden sich allerdings außerhalb des Wirkungsradius des BDB. Bei Vermögenswerten im Ausland müssen sich Betroffene an den jeweiligen Branchenverband wenden.

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Nachforschungsverfahren ist kostenlos

Durch das Nachforschungsverfahren entstehen Angehörigen keinerlei Kosten. "Um die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie aber nachweisen, dass Sie erbberechtigt sind. Für die Legitimation reicht es aus, eine Kopie des Erbscheins oder des vom Gericht eröffneten Testaments nebst der Eröffnungsniederschrift vorzulegen", so der Branchenverband. Außerdem müssen Informationen über die letzte Anschrift des Verstorbenen vorliegen. Inklusive der eigenen Adresse werden die Unterlagen dann an folgende E-Mai-Adresse versendet: nachforschung@bdb.de

Tipps zur Nachforschung

  • Im Nachlass recherchieren: Finden Sie zum Beispiel alte Kontoauszügen?
  • Der Sparkassen- und Giroverband bietet auch ein Nachforschungsverfahren an: nachforschung@dsgv.de
  • Der Bundesverband öffentlicher Banken bietet kein Nachforschungsverfahren an.
  • Eine Liste der privaten Mitgliedsbanken finden Sie auf der Website des BDB.
  • Vermögenswerte, die gefunden wurden, müssen dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden.
  • Wer seinen Angehörigen die Suche ersparen möchte, verschafft noch zu Lebzeiten einen Überblick. Das kann beispielsweise über eine Liste aller Vermögenswerte geschehen. (skn)