Rettungsaktion in Málaga

Vermisster Julen (2) leidet an Asthma - er braucht tägliche Behandlung

Julens Eltern sprechen am Einsatzort mit Beamten der spanischen Guardia Civil.
Julens Eltern sprechen am Einsatzort mit Beamten der spanischen Guardia Civil.
© REUTERS, JON NAZCA, JN/

23. Januar 2019 - 9:13 Uhr

Hoffnung für Julen schwindet

Sie sprechen von einer Rettungsaktion, weil sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, dass der kleine Julen noch lebt. Doch mit jedem Tag, der verstreicht, schwinden die Chancen für den Zweijährigen, der nunmehr seit zehn Tagen vermisst wird und aller Voraussicht nach in einem mehr als hundert Meter tiefen Erdloch gefangen ist. Wie RTL jetzt aus Familienkreisen erfuhr, leidet Julen an Asthma. Ist für ihn schon lange jede Hoffnung verloren?

Überlebenschancen in der Tiefe sind minimal

Wegen seines Asthmas benötigt der vermisste Julen eigentlich jeden Tag eine Behandlung. Das hat RTL-Reporterin Pia Schrörs aus Familienkreisen vor Ort in Totalán (Málaga) erfahren. Dass der Junge akut krank ist, vermindert die Chancen, dass er in dem Erdloch überlebt, erheblich. Auch bei seiner Familie gibt es kaum noch Hoffnung.

Schon am Montag hatte Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht gegenüber RTL die Überlebenschancen für Julen als extrem gering eingeschätzt. "Es müssten alle Bedingungen optimal sein", so Specht. Das heißt, der Junge müsste unverletzt sein, Zugang zu Wasser haben und es ertragen, mehr als eine Woche ohne Essen auszukommen - alles zusammen sehr unwahrscheinlich. Mit der Diagnose Asthma dürften die Hoffnungen für Julen nun noch weiter schwinden. Einsatzkräfte vor Ort in Totalán wollen dies bisher aber nicht öffentlich eingestehen.

Bei Julens Eltern überwiegt die Wut aktuell den Schmerz um ihren Sohn. Im Gespräch mit unserer Reporterin sagten sie, mittlerweile seien sie komplett desillusioniert. Ein psychologisches Team bemüht sich zwar, die Emotionen durch eine enge Betreuung zu dämpfen. Laut einem Freund der Familie hätten die Eltern aber den Eindruck, sie würden manipuliert.

Bohrarbeiten verzögern sich immer weiter

Die Rettungskräfte hoffen, Julen im Laufe des Mittwochs endlich zu erreichen. Eigentlich war dies schon vor Tagen geplant. Wegen Komplikationen hatten sich die Arbeiten aber immer weiter verzögert: Zunächst stockte die Bohrung eines parallel zum Loch verlaufenden Rettungsschachtes wegen harten Gesteins. Dann wurde klar, dass der Schacht im unteren Teil noch verbreitert werden muss, damit Einsatzkräfte mit einem eigens hergestellten Käfig herabgelassen werden können.

Erst wenn die Erweiterungsarbeiten abgeschlossen sind, können die Arbeiter einen horizontalen Verbindungsschacht bohren, über den sie den Jungen erreichen wollen. Aufgrund der ausstehenden Arbeiten am Rettungsschacht ist aktuell jedoch nicht klar, wann mit der letzten Bohrung begonnen werden kann. Diese wird schätzungsweise bis zu 24 weitere Stunden dauern.