Vermisster Elias: Verbrechen wird immer wahrscheinlicher

Über 300 Hinweise – keine heiße Spur

Eine Woche nach dem Verschwinden des sechsjährigen Elias aus Potsdam hat die Polizei immer noch keine Spur von dem Jungen gefunden. Ein Verbrechen wird immer wahrscheinlicher. Die Suche soll im Potsdamer Plattenbauviertel Schlaatz noch bis mindestens zum Wochenende fortgesetzt werden. 170 Polizisten wollen auch erneut das Auengebiet der Nuthe, ein nahegelegener kleiner Fluss, durchkämmen.

Suche nach dem vermissten Elias
Eine Woche nach dem Verschwinden des sechsjährigen Elias hat die Polizei noch immer keine heiße Spur.
dpa, Jörg Carstensen

Bisher sind über 400 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen, trotzdem gibt es immer noch keine konkrete Spur. "Wir tappen weiter im Dunkeln", sagte ein Polizeisprecher. Elias war zum Spielen nach draußen gegangen und danach nicht wieder nach Hause zurückgekehrt.

Auch Verbindung zur vermissten Inga wird geprüft

Weiterhin befragte die Polizei Anwohner, Spürhunde und Taucher suchten Land und Gewässer ab. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass der Junge beim Spielen in den Fluss oder in einen Heizungsschacht gefallen sein könnte. Mittlerweile konzentrieren sich die Ermittlungen aber nicht mehr nur auf ein Unglück. Die Beamten schließen ein Verbrechen nicht mehr aus. Dass der Junge von Zuhause ausgerissen sei, hält Einsatzleiter Sven Mutschischk für wenig wahrscheinlich.

Ein Sprecher der Polizei erklärte, dass inzwischen auch Kinder vernommen worden seien. Ob es sich dabei um die vier zehn- bis zwölfjährigen Jungen handelte, die von der Polizei als Zeugen gesucht wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Kinder sollen in der Nähe des Spielplatzes gewesen sein, auf dem Elias zuletzt gesehen worden war.

Auch eine Verbindung zum Fall der seit Anfang Mai vermissten Inga wird geprüft. Das Mädchen verschwand im 100 Kilometer von Potsdam entfernten Stendal. "Bislang ist aber die einzige Verbindung, dass beide Kinder innerhalb von kurzer Zeit spurlos verschwunden sind", sagte Mutschischk. Die Ermittler stehen in engem Kontakt. Beide Teams tauschten sich regelmäßig aus, sagte Polizeisprecher Marc Becher in Magdeburg.

In Berlin und Potsdam sollen große Infotafeln bei der Suche nach Elias helfen. Darauf wird das offizielle Suchplakat abgebildet sein, mit Foto, Beschreibung des Jungen sowie den offiziellen Kontaktdaten der Polizei Potsdam. Laut dem Verein 'Initiative Vermisste Kinder' trug der Junge bei seinem Verschwinden eine hellblaue Jeans, ein weißes T-Shirt mit langen Ärmeln und hellblaue 'Adidas'-Beschriftung, dazu dunkelblaue Turnschuhe mit weißer Sohle.