Sie war schon zum zweiten Mal verschwunden

Vermisste Jennifer (17) aus Bühl wieder aufgetaucht

Jennifer beim Bowling mit ihrer Familie.
© Privat

04. Februar 2021 - 15:15 Uhr

Jennifer in Obhut des Jugendamtes übergeben

Natalie (43) und Dimitri M. (42) aus Bühl (Baden-Württemberg) können aufatmen: Ihre Tochter Jennifer (17) ist wieder aufgetaucht. Sechs Wochen nach ihrem Verschwinden teilte die Polizei mit, dass das Mädchen aufgegriffen und dem Jugendamt übergeben worden ist. Nach RTL-Informationen hatte die 17-Jährige mit ihrem Freund Sadegh (20) und dessen Vater in Bremen am Abend des 2. Februar eine Wohnung verlassen. Nachbarn sahen dies und riefen die Polizei. Mittlerweile konnte auch Jennifers Vater seine schwangere Tochter sehen, wie er im RTL-Interview erklärte.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Jennifer durchbrannte. Schon 2020 galt sie monatelang als vermisst, wurde Ende Dezember in Bremen gefunden – und war kurz danach danach erneut abgetaucht.

Vermisste Jennifer aus Bühl soll aus Jugendeinrichtung abgehauen sein

Natalie und Dimitri, Eltern der vermissten Jennifer aus Bühl
Natalie und Dimitri: Emotionaler Appell an ihre Tochter Jennifer
© Privat

Rückblick: Im Juli 2020 verschwindet Jenny zum ersten Mal mit ihrem Freund Sadegh. Monatelang tauchen die beiden ab. Am 18. Dezember wird das Mädchen gefunden und in einer Jugendeinrichtung in Bremen untergebracht. Doch dort bleibt sie nur wenige Tage, flüchtet am 23. Dezember erneut. Fünf Wochen danach wenden sich ihre Eltern über RTL an ihre Tochter. "Bitte wach auf, ich flehe dich an", appelliert Natalie M. "Diese Situation bricht uns das Herz", erzählt ihr Vater. Ihr einziger Wunsch: Die Gewissheit, dass es ihrer Tochter gut geht. Jennifer soll sich nicht weiter verstecken, sagen ihre Eltern.

Das Verhältnis zwischen Jenny und ihren Eltern ist kompliziert. Schon mehrfach habe ihr Freund Natalie und Dimitri M. mit der Behauptung provozieren wollen, Jenny sei schwanger, sagen sie. Zum Zeitpunkt des Interviews wissen ihre Eltern von einer Mitarbeiterin des Jugendamts, dass ihre Tochter schwanger sein soll – und wollen es nicht glauben.

Bilder zeigen Verletzungen in Jennifers Gesicht

Vermisste Jennifer aus Bühl und Eltern
Jenny mit ihren Eltern im Juni 2020. Im Monat darauf verschwand sie zum ersten Mal.
© Privat

Wo Jenny und Sadegh sind – niemand weiß es. Angeblich auch nicht Sadeghs Vater Ali-Mansour Mirzayousef-Jadid (56). Jennys Eltern glauben ihm aber nicht. Der 56-Jährige behauptet, Natalie und Dimitri würden ihre Tochter misshandeln. Die beiden sind über den Vorwurf fassungslos: "Wir haben unsere Kinder noch nie geschlagen. Wir lieben unsere Kinder sehr", erklärt Natalie M. In der Familie habe es nie Gewalt gegeben und werde es auch nie geben. Sie vermutet, dass ihre Tochter gedrängt wurde, so etwas zu behaupten.

RTL wurden Videos, Bilder und Audiodateien zugespielt, die Jennifer zeigen. Auf Bildern sind Verletzungen in ihrem Gesicht zu sehen. Woher diese stammen, ist unklar. Ihre Eltern glauben, dass ihre Tochter sich die Verletzungen selbst zugefügt hat. In einem Video sagt Jennifer, sie wolle nicht zurück zu ihren Eltern und wünsche sich auch keinen weiteren Kontakt zu ihnen.

Eltern fürchten, dass Jennifer manipuliert wird

Vater von Sadegh, Freund der vermissten Jennifer aus Bühl
Sadeghs Vater weiß angeblich nicht, wo sich sein Sohn und Jennifer aufhalten.
© Privat

Natalie fürchtet, dass Jennifer manipuliert wird und nur deshalb mit Sadegh verschwunden ist. "Ich kenne meine Tochter. Ich weiß, dass sie ein Familienmensch ist", sagte die 43-Jährige. "Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass es ihr ohne uns dort gut geht." Aber wenn sie dort bleiben wolle, solle sie doch sagen: "Mama, mir geht's gut, ich bin glücklich." Dann würden ihr Mann und sie das akzeptieren. "Wir haben keine andere Wahl", gibt Jennifers Mutter zu. Eine Woche nach dem Interview greift die Polizei Jenny und Sadegh in Bremen auf – offenbar im Beisein von Sadeghs Vater.

Polizei Bremen will sich nicht äußern

Die Polizei Bremen wollte sich gegenüber RTL zum Inhalt der Ermittlungen nicht äußern. Auch nicht zu der Frage, ob Jennifer in ihrer Familie Gewalt erfahren hat. Man wolle das minderjährige Mädchen schützen, hieß es.