Vermisste Inga: Polizei setzt 25.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

28. April 2016 - 10:36 Uhr

"Wir wissen nicht, was passiert ist"

Seit einem Monat ist die fünfjährige Inga aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt verschwunden. Eine heiße Spur gibt es bisher noch nicht. Jetzt setzt die Polizei 25.000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zum Finden des Mädchens führen. Damit verstärken die Behörden noch einmal die öffentliche Fahndung.

Vermisste Inga aus Schönebeck
Mit diesen Bilder fahndet die Polizei nach Inga.

Die Ermittler setzten alle Hebel in Bewegung, um Inga zu finden: Sie durchkämmten die Umgebung, sie befragten unzählige Zeugen, druckten Plakate und starteten Fahndungsaufrufe im Fernsehen – ohne Erfolg. Ein Verbrechen? Ein Unfall? Eine Entführung? All das ist denkbar, nichts können die Ermittler derzeit ausschließen. "Wir wissen nicht, was ihr passiert ist", sagte Polizeisprecher Mike von Hoff.

Inga verschwand am Abend des 2. Mai von einem Fleck in Stendal, der von einem 3.500 Hektar großen Waldgebiet umschlossen ist. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge ging das Mädchen Holz für ein Lagerfeuer suchen und kehrte nicht zurück. Das Waldstück wurde vergeblich durchkämmt. Die Ermittler hoffen weiterhin, sie lebend zu finden. Die Belohnung ist eine der höchsten Summen, die in Sachsen-Anhalt für Hinweise ausgelobt wurde, wie das Landeskriminalamt mitteilte.

"Jeder Hinweis kann der Entscheidende sein"

Für die Suche nach Inga gründete die Polizei die Ermittlungsgruppe 'Wald'. 30 Kollegen umfasst sie im Kern, je nach Bedarf wird sie aufgestockt. Die Beamten nehmen Hinweise aus ganz Deutschland und Europa auf, die bisher hundertfach telefonisch, per Mail oder Brief eingingen. Sie gleichen sie mit vorherigen Hinweisen ab. Hilfe bekommen sie von Kollegen aus ganz Deutschland. Diese befragen Hinweisgeber in anderen Bundesländern, gehen Beobachtungen nach. Über weitere Ermittlungswege schweigt die Polizei aus taktischen Gründen.

Gerade weil den Ermittlern eine heiße Spur fehlt, sind Hinweise für sie sehr wichtig. "Jeder soll sich melden, der denkt, er hat ein blondes Mädchen mit großer Zahnlücke oder Ingas Kleidung gesehen, egal wo", appelliert von Hoff. "Jeder Hinweis kann der Entscheidende sein." Der Druck auf die Ermittler ist groß: Die geringe Zahl an konkreten Spuren ist im Vergleich zu anderen Vermisstenfällen sehr ungewöhnlich, wie die Behörden bestätigten. In anderen Fällen konnten die Polizisten die Ermittlungen schneller in eine Richtung lenken, fanden verlorene Gegenstände, Handys oder Fahrräder. Manchmal führten auch verdächtige Autos weiter. Bei der Suche nach Inga gab es diese richtungsweisenden Funde nicht.