"Vermisst": Moderatorin Sandra Eckardt im Interview

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'Vermisst'-Moderatorin Sandra Eckardt möchte Menschen, die durch das Schicksal getrennt wurden, helfen und reist dafür um die ganze Welt. © RTL / Guido Engels

Was erwartet die Zuschauer in den neuen Folgen von "Vermisst"?

Emotionen, großartige Menschen, spannende Suchen, andere Länder und Kulturen, Tränen, Trauer, Glück und Liebe.

Welche Fälle berühren Sie besonders?

Mich haben in dieser Staffel wirklich alle Fälle berührt. Jeder Suchende hat so viel Emotionales aus seinem Leben erzählt und hat sich so viele Gedanken über die vermisste Person gemacht. Für die Suchenden erfüllt sich ein Herzenswunsch, wenn ich mich auf den Weg mache. Es ist für mich wunderschön, wenn ich tatsächlich die vermisste Person finde und die beiden zusammenbringen kann. Wenn ich dem Suchenden berichten kann, dass wir Vater, Mutter oder Schwester gefunden haben, läuft mir jedes Mal ein kalter Schauer über den Rücken. Es ist ein ganz tolles Gefühl, einen anderen Menschen so glücklich machen zu dürfen. Und ich bin sehr dankbar, dass ich bisher nur einmal mit einer sehr traurigen Nachricht zurück nach Deutschland kommen musste.

Ist Ihnen eine Suche ganz besonders ans Herz gegangen?

Mir ist die Suche einer jungen Frau, deren Vater aus Ecuador stammt, sehr nahe gegangen. Obwohl sie ihren Vater noch nie kennengelernt hat, hat sie mit unendlicher Liebe von ihm erzählt. Alles, was sie von ihm hat, ist eine alte Kassette, auf der er für sie etwas aufgenommen hat, als sie noch ein Baby war. Der Vater spricht darauf Spanisch, eine Sprache, die sie nicht versteht, doch allein seine Stimme berührt die junge Frau zutiefst. Diese Kassette ist ihr größter Schatz und hilft ihr in den traurigen Stunden, in denen sie ihren Vater besonders vermisst. Alles, was sie mir auf die Suche nach Ecuador mitgeben konnte, war diese Kassette und ein altes Foto von ihrem Vater.

Sind Sie ein Mensch, der nah am Wasser gebaut hat?

Mir gehen die Hilferufe der Suchenden unendlich nah und ich muss mich oft zusammenreißen, um nicht gleich mit zu heulen, wenn sie mir ihre Geschichte erzählen. Aber ich möchte den Suchenden gerne das Gefühl geben, dass ich für sie stark bin und alles geben werde, um ihren größten Wunsch zu erfüllen und die vermissten Angehörigen zu finden.

Haben Sie selbst schon einmal jemanden über Jahre hinweg vermisst?

Nein, zum Glück noch nicht.

In welchen Ländern haben Sie vermisste Angehörige gesucht?

In Deutschland, Dänemark, Spanien, Frankreich, Rumänien, Kuba, den USA, Ecuador und sogar am anderen Ende der Welt in Neuseeland.

Reist manchmal auch die Angst mit?

Es gibt einige Länder oder Gegenden dort, die nicht besonders sicher sind. Da ich mich ja viel in Nachbarschaften umhöre oder bei Unbekannten an Türen klopfe, habe ich oft schon ein mulmiges Gefühl. Auch wenn ich mit dem Auto in verlassene Gegenden fahre, muss ich manchmal schlucken. In Ecuador hatte ich einmal einen Flug, bei dem es so viele Turbulenzen gab, dass sich viele Passagiere bekreuzigt oder gebetet haben - da war ich dann sehr erleichtert, als wir letzten Endes sicher gelandet sind.

Sind Sie auch privat jemand, der sehr gerne sehr weit in den Urlaub fliegt?

Als 16-Jährige habe ich ein High-School-Jahr in den USA verbracht. Dort habe ich nicht nur viele Amerikaner kennengelernt, sondern auch Gastschüler aus aller Welt. Seitdem bin ich mit dem Reisevirus infiziert. Ich finde es wunderbar, andere Länder und besonders die Menschen und deren Kultur dort kennenzulernen.

In den neuen Folgen suchen Sie auch Menschen, die von einem auf den anderen Tag spurlos verschwunden sind. Gestaltet sich diese Suche einfacher?

Nein, im Gegenteil. Bei Menschen, die von einem Tag auf den anderen verschwinden, gibt es leider keine Hinweise, wo ich sie suchen könnte. Bei der "normalen" Suche nach vermissten Angehörigen habe ich ja immer die ein oder andere Spur, wie z. B. alte Fotos, alte Freunde, Adressen, Behörden etc. Das ist bei den Menschen, die spurlos verschwinden, leider nicht so. Die Polizei ist bei diesen Fällen ja auch immer involviert und hat schon in alle Richtungen ermittelt - ohne Erfolg. Ich kann noch einmal die letzten Tage und Stunden des Vermissten rekonstruieren. Und an die Zuschauer appellieren - sie sind bei diesen Fällen besonders wichtig. Vielleicht hat ja irgendjemand die vermisste Person gesehen oder weiß, wo sie sich aufhält. Es wäre wunderschön, wenn sich durch die Hilfe der Zuschauer solch ein Fall aufklären könnte - besonders für die Angehörigen, die überhaupt nicht wissen, was mit der vermissten Person geschehen ist. Sie brauchen Gewissheit und sind für jeden Tipp unendlich dankbar.

Wie leben Sie privat?

Ich lebe mit Mann und Tochter in Hamburg.

Alles zu Vermisst

Vermisst bei RTL: Sandra Eckardt ist auf der Suche nach vermissten Angehörigen

​Moderatorin Sandra Eckardt möchte in der Emotainment-Doku "Vermisst" Menschen helfen, die verzweifelt einen Angehörigen suchen. Sie versucht Menschen wieder zusammenzubringen, die das Schicksal auseinandergerissen hat. Sandra Eckardt begibt sich dabei auf eine spannende Spurensuche - manchmal mit nichts als einem vergilbten Foto und einer alten Adresse in den Händen. Sie reist um die ganze Welt und ist erst zufrieden, wenn sie eine heiße Spur der vermissten Person ausfindig machen konnte. Nicht mit jedem Menschen meint das Schicksal es gut. Viele sind unglücklich, weil ihnen ein geliebter Mensch schmerzlich fehlt. Ein Sohn, der seine leibliche Mutter nie kennenlernen durfte, eine junge Frau, die verzweifelt ihre Angehörigen sucht, um endlich Zuneigung zu erfahren, Geschwister, die das Schicksal trennte. Egal, ob Kanada, Korea, Brasilien oder Chile, ob sie in Archiven recherchiert, Passanten auf der Straße befragt oder über Radio um Hilfe bittet - keine Spur ist ihr zu vage, um den Menschen zu helfen, ihre Lieben zu finden. In Gesprächen mit den Suchenden verschafft sie sich einen ersten Überblick und macht sich dann an die spannende Arbeit, deren Erfolg jedoch ungewiss ist. Sie weiß nicht, wohin die Spuren sie führen werden, und so mancher Hinweis endet in einer Sackgasse, sodass Sandra Eckardt von vorn beginnen muss. Doch kein Weg ist ihr zu weit, und aufgeben kommt für die Journalistin nicht in Frage. Denn sie weiß, dass jemand in der Heimat sehnlichst auf eine Nachricht von ihr wartet.