Vermeintliches Entführungsopfer: Polizei entreißt Eltern ihre Tochter

15. Mai 2015 - 11:24 Uhr

Die 2007 entführte Tochter einer Texanerin?

Was der 14-jährigen Alondra aus Mexiko passiert ist, wird sie ihr Leben lang nicht vergessen: Sie wurde schreiend und sich verzweifelt wehrend in ein Auto gezerrt. Ihre entsetzten Eltern konnten nur zusehen, denn die Entführer waren keine Verbrecher, sondern die mexikanische Polizei. Eine US-Amerikanerin hatte nämlich gerichtlich erstritten, dass das Mädchen zu ihr nach Texas gebracht werden sollte. Dorotea Garcia war der Meinung, Alondra stamme nicht aus Mexiko, sondern sei ihr 2007 entführtes Kind.

Alondra, die 2007 entführte Tochter einer Texanerin
In Mexiko wurde eine 14-Jährige von der Polizei ihren Eltern entrissen, weil sie für die 2007 entführte Tochter einer Texanerin gehalten wurde.

Gustavo Luna Romero, Alondras Vater, sagte: "Mir hat man gesagt: Diese Frau behauptet, Alondra sei ihre Tochter. Sie habe sie bei Facebook wieder erkannt." Denn Garcias entführte Tochter hatte, genau wie Alondra, eine Narbe zwischen den Augenbrauen. Susana Núñez, Alondras Mutter, beteuerte unter Tränen: "Wegen einer Narbe sagt diese andere Frau, das sei ihr Kind? Das ist gelogen. Sie ist meine Tochter."

"Ich will nicht zu dieser Frau“

Ein Video zeigt die dramatische Szene vor dem Haus von Alondras Eltern. "Lasst mich los!", schreit Alondra verzweifelt, "Ich will nicht zu dieser Frau. Ich bin nicht deine Tochter." Doch die Polizisten zerren die 14-Jährige trotzdem in den Wagen, in dem die Amerikanerin auf ihre vermeintliche Tochter wartet. Panisch zieht Alondra an den Haaren der fremden Frau. Die 14-Jährige hört nur damit auf, weil ihr Vater, der die Situation ebenfalls filmt, ruft: "Lass die Frau los!"

Wie sich später zeigte, mussten die 14-Jährige und ihre Eltern diese traumatisierenden Szenen völlig zu Unrecht über sich ergehen lassen. Denn in den USA hat ein DNA-Test inzwischen ergeben, dass die mexikanische Familie Recht hatte: Alondra ist nicht die Tochter der Amerikanerin. Das Mädchen wurde wieder nach Mexiko zu seinen wirklichen Eltern gebracht.