RTL News>Stars>

Verleumdungsklage gegen Gil Ofarim: Er hat sich bis jetzt nicht beim Gericht gemeldet

Frist läuft in wenigen Tagen ab

Verleumdungsklage gegen Gil Ofarim: Er hat sich bis jetzt nicht beim Gericht gemeldet

Der Musiker Gil Ofarim muss sich wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung vor Gericht verantworten.
Der Musiker Gil Ofarim muss sich wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung vor Gericht verantworten.
deutsche presse agentur

Am 31. März hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen Gil Ofarim wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung erhoben . Bis zum 9. Mai hat der 39-jährige Sänger und Schauspieler noch Zeit, sich zu den schweren Vorwürfen zu äußern. Doch obwohl diese Frist in wenigen Tagen abläuft, hat sich Gil offenbar noch nicht beim Leipziger Landgericht gemeldet.

Gil Ofarim hatte 4 Wochen Zeit, sich beim Leipziger Landgericht zu melden

„Es läuft eine Vier-Wochen-Frist bis zum 9. Mai. Bis Montag hat Herr Ofarim die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern“, erklärte der Vorsitzende Richter, Hans Jagenlauf, der „Bild“-Zeitung. Gil Ofarims Anwälten soll die Anklageschrift bereits seit Anfang April vorliegen. Die zuständige Kammer am Landgericht habe noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden können, so der Richter.

Im Oktober 2021 hatte Gil Ofarim behauptet, von einem Angestellten eines Leipziger Hotel antisemtisch beleidigt worden zu sein . Unter Tränen hatte der 39-Jährige den angeblichen Vorfall in einem Video öffentlich gemacht und schwere Vorwürfe gegen den Hotelmitarbeiter erhoben. Doch nach Auswertung von Überwachungsvideos und Zeugenaussagen kam die Staatsanwaltschaft Leipzig zu dem Ergebnis, dass sich der Vorfall in dem Leipziger Hotel "wie es von Gil Ofarim in seinem veröffentlichten Video geschildert worden ist, tatsächlich so nicht ereignet" habe. Die Ermittlungen hätten „keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben“, lautet die offizielle Erklärung. Die Staatsanwaltschaft klagte den Musiker daraufhin wegen Verleumdung an.

Das Verfahren gegen den Hotelangestellten wurde am 31. März eingestellt. Dagegen hatte Gil Ofarim keine Beschwerde eingereicht.

Im Video: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Gil Ofarim - die Hintergründe

Gil Ofarim: Anklage wegen Verleumdung Nach angeblichem Antisemitismus-Eklat
02:13 min
Nach angeblichem Antisemitismus-Eklat
Gil Ofarim: Anklage wegen Verleumdung
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Ofarim bleibe bei seiner Version des Vorfalls

Trotz einer Verleumdungsklage hält Gil Ofarim laut seinem Anwalt an seiner Darstellung eines mutmaßlich antisemitischen Vorfalls in einem Leipziger Hotel fest. „Davon können Sie ausgehen“, sagte der Anwalt Markus Hennig dem NDR-Medienmagazin „Zapp“ auf die Frage, ob der Musiker bei seiner Version des Vorfalls bleibe.

„Herrn Ofarim ging es ursprünglich ohnehin nicht darum, jetzt hier eine einzelne Person verantwortlich zu machen, sondern ihm ging es darum, auf etwas aufmerksam zu machen, was ihm passiert ist und was er für inakzeptabel hält in den heutigen Zeiten“, sagte Anwalt Hennig weiter.

Gil könnte sogar eine Gefängnisstrafe drohen

Gil Ofarim drohen juristische Konsequenzen. Sogar eine Gefängnisstrafe wäre möglich, wie der Leipziger Anwalt Jan Siebenhüner RTL gegenüber im März erklärte. Der Tatbestand der Verleumdung sieht eine Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor, so der Anwalt. „Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Herr Ofarim bestraft wird“, so Siebenhüner im RTL-Interview.

Es besteht die Möglichkeit, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. Doch da das „Westin Hotel“ nach dem angeblichen Vorfall unzählige schlechte Bewertungen erhalten hat und Stornierungen verzeichnen musste, behält sich das Hotel nach eigener Aussage vor, auch zivilrechtlich gegen den Sänger vorzugehen, so „Bild“.

Jan Siebenhüner riet Gil im RTL-Interview „die Hosen runterzulassen“. „Wenn eine Verurteilung wahrscheinlich ist, dann könnte man über einen Täter-Opfer-Ausgleich nachdenken und hier die Hosen runterlassen", rät der Jurist. Das sei in Fällen, in denen man andere beleidigt oder verunglimpft habe, "immer sinnvoll". In Gils Fall wäre so ein Täter-Opfer-Ausgleich laut Anwalt: „Die Wahrheit zu sagen."

Auf RTL-Anfrage wollten sich Gil Ofarim und sein Anwalt Markus Hennig zu der Sache nicht äußern. (csp/dpa)