Verletzte und Tote bei Unfällen: Verfolgung endet tragisch

Eine Polizeistreife fährt zu einem Einsatz. Foto: Patrick Seeger/dpa
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28. November 2019 - 17:10 Uhr

Bei einer Serie von schweren Verkehrsunfällen sind seit Mittwochabend in Mecklenburg-Vorpommern drei Menschen ums Leben gekommen. Außerdem wurden mindestens neun Menschen schwer verletzt, wie Polizeisprecher in Rostock, Stralsund, Güstrow und Neubrandenburg am Donnerstag erklärten. So starben zwei Fußgänger in Rostock und ein 20-Jähriger nahe Weitenhagen (Vorpommern-Greifswald), als ein Autofahrer vor der Polizei flüchtete und gegen einen Baum raste. Der Getötete aus Greifswald hatte beim Unfall nahe Weitenhagen auf der Rückbank des Autos gesessen. Der polizeibekannte 20-jährige Fahrer und sein 16-jähriger Beifahrer wurden schwer verletzt.

Im Rostock wurden ein 88 Jahre alter Mann und eine 29-jährige Frau von Autos erfasst. Der Senior starb, als er am Mittwochabend in Warnemünde eine Straße überquerte und ein 51-jähriger Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Die 29-Jährige wurde gegen Mitternacht im Stadtteil Toitenwinkel von einem Auto erfasst.

Zudem gab es schwere Unfälle auf der Autobahn 20 bei Wismar, in Güstrow sowie in der Region Ribnitz-Damgarten. Bei mehreren Unfällen waren Vorfahrtsfehler die Ursache.

Der Fahrer des verunglückten Autos bei Weitenhagen sollte nach einem Hinweis kurz nach Mitternacht von der Polizei angehalten werden. Er flüchtete, verlor die Kontrolle über den Wagen und fuhr frontal gegen einen Baum. Danach stellte sich heraus, dass der Fahrer keinen Führerschein besaß und Alkohol getrunken hatte. Bei ihm wurden 0,87 Promille Alkohol im Blut gemessen. Die Polizei hatte den Wagen verfolgt, nach eigenen Angaben aber einen "gebührenden Abstand" gehalten, damit die Situation nicht eskaliert.

"Die Fahrt wurde wegen der schlechten Straßenverhältnisse und zur Gefahrenabwehr nach 300 Metern abgebrochen", sagte eine Sprecherin in Anklam. Die Beamten hätten gesehen, wie der Wagen etwas weiter weg verunglückte und hätten dann Erste Hilfe geleistet. Gegen den Fahrer werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Aufklärung des Falles war problematisch, weil das Kennzeichen nicht zum Unglücksauto passte, wie die Sprecherin sagte.

Am Donnerstag wurde zudem eine 92-jährige Radfahrerin in Güstrow lebensgefährlich verletzt, als sie auf einem Radweg von einem Lkw übersehen und gerammt wurde. Zudem stießen an einer Ampelkreuzung auf der Bundesstraße 105 bei Ribnitz-Damgarten zwei Autos zusammen. Der 20-jährige Fahrer eines Wagens und die 32-jährige Fahrerin des anderen Autos kamen mit schweren Verletzungen in Unfallkliniken. Beide Autos waren schrottreif. Fast zeitgleich fuhr eine 31-jährige Fahrerin bei Dettmansdorf-Kölzow (Vorpommern-Rügen) gegen einen Baumstumpf und wurde schwer verletzt. Der Schaden bei beiden Unfällen wird auf rund 25.000 Euro geschätzt.

Ebenfalls am Mittwochabend kollidierte ein Auto auf der A20 bei Wismar mit einem Tier. Das Fahrzeug des 20-Jährigen schleuderte gegen die Mittelleitplanke und kam quer auf der Fahrbahn zum Stehen. Anschließend kollidierten zwei weitere Autos und ein Wohnmobil miteinander und mit dem Unfallauto. Dabei wurden ebenfalls drei Menschen verletzt. Der Verkehr konnte in Richtung Rostock über einen daneben liegenden Rastplatz umgeleitet werden.

Quelle: DPA