Tourismusbranche in der Krise

Verlängerte Reisewarnungen: Reisebüros bangen wegen Corona um ihre Existenz

Silvia Alander bangt um ihr Reisebüro Verlängerte Reisewarnungen
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Verlängerte Reisewarnungen
Silvia Alander bangt um ihr Reisebüro

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Reiseveranstalter kämpfen um das Überleben

Es regt sich Widerstand, trotz eingeschränkter Demonstrationsmöglichkeiten. In der ganzen Bundesrepublik sind diese Woche Vertreter der Tourismusbranche auf die Straßen gegangen. Der Grund: Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen bis mindestens 14. Juni verlängert und auch so geht es wirtschaftlich gerade steil bergab. Einige fordern deshalb nun einen Rettungsschirm für die ganze Branche. Viele Reiseunternehmer kämpfen jetzt schon um ihre Existenz. So geht es auch Silvia Alander, die ein Reisebüro in Hamburg-Othmarschen leitet. Wie schwer die Situation für sie ist, erzählt sie im Video.

Trotz Wiedereröffnungen große Probleme für Kleinunternehmer

Dass sich die Wirtschaftskrise durch die Corona-Maßnahmen immer weiter verschärft, beklagen auch zahlreiche weitere Kleinunternehmer. Die mittlerweile wieder geöffneten Geschäfte bringen vielen von ihnen wenig, denn die Anzahl an Kunden geht trotzdem drastisch zurück. „Noch können wir überleben, aber so in einem bis zwei Monaten muss man dann schon an seine privaten Rücklagen, um das Ganze aufrecht zu halten“, beklagt beispielsweise Max Jalost. Er betreibt ein Fotostudio in der Waitzstraße. Vor kurzem waren es noch 30 bis 35 Kunden am Tag. Jetzt kommen nur noch fünf bis sieben zu ihm. Die Corona-Soforthilfe reicht da kaum, um den finanziellen Schaden auszugleichen. Auch die Wiedereröffnungen sind da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Stimmung bei Hamburger Wirtschaft im Keller

Die Hamburger Handelskammer befürchtet, dass sich ein Teil der Wirtschaft in Luft auflösen wird. Die Stimmung ist so schlecht wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. Wirtschaftssenator Westhagemann bringt deshalb mehr Geld ins Spiel: "Wir haben in der letzten Woche mit dem Wirtschaftsminister Altmaier gesprochen. Wenn der Verlauf jetzt noch weiter so andauert, müssen wir nochmal über eine zusätzliche Liquiditätsspritze nachdenken.“ Ob das für das Überleben von Unternehmen wie dem Reisebüro von Silvia Alander und dem Fotostudio von Max Jalost reicht, bleibt aber abzuwarten.