Verkehrsminister klagen über schlechte Straßen in Deutschland

15. Februar 2016 - 13:56 Uhr

Die Verkehrsminister von Bund und Ländern schlagen Alarm wegen vieler maroder Straßen und Brücken. "Der Zustand der Verkehrswege in ganz Westdeutschland ist dramatisch schlecht", sagte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Die Unterfinanzierung sei gewaltig - in Deutschland fehlten jährlich 7,2 Milliarden Euro, "um unsere Infrastruktur in Schuss zu bringen", so Groschek. Um voranzukommen, müsse die Lkw-Maut ausgeweitet werden: Die Maut solle schon für Lastwagen ab 3,5 Tonnen gelten, zudem auf alle Bundes- und Landesstraßen sowie kommunale Straßen ausgedehnt werden.

"Wir haben in Deutschland die Modernisierung unsrer Verkehrsinfrastruktur verschlafen", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) dem Blatt. In seinem Bundesland müssten ein Drittel der Straßen neu gebaut werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) schloss sich der kritischen Sichtweise im Wesentlichen an. "Zu lange ist zu viel vernachlässigt worden - gerade bei Erhalt und Modernisierung", sagte Ramsauer der Sonntagszeitung.