Friedhofsstille auf den größten Parkfriedhof der Welt

Verkehrslärm war gestern: Ab jetzt herrscht dank Schranke Ruhe auf dem Ohlsdorfer Friedhof

27. November 2020 - 16:52 Uhr

Eine Schranke soll für Ruhe sorgen

Etwa 8.600 Autos sind täglich auf der Straße, die über das Gelände des weltgrößten Parkfriedhofs der Welt, dem Ohlsdorfer Friedhof, führt, gefahren. Laut Betreiber wird aber dadurch die Ruhe des Friedhofs gestört. Deshalb steht dort jetzt seit dem 09. Oktober eine Schranke, die nur bestimmten Menschen die Zufahrt erlaubt.

Wie genau die Schranke aussieht und wie viel leiser es im Vergleich zu früher ist, sehen sie im Video.

Straße diente auch als Abkürzung

Die Straße wurde keineswegs von denen genutzt, die ihre liebsten am Grab besuchen wollten. Im Gegenteil: Tausende Menschen nutzten die Strecke auch als Abkürzung, um so schneller von A nach B zu kommen.

60 Prozent weniger Durchfahrtsverkehr

Der Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe ist über die neue Schranke sehr erfreut: "Wir sind überaus zufrieden mit der Wirkung, weil wir konnten ja immer nur erahnen was für eine Wirkung diese Schranke hat und wir sehen jetzt seit gut vier Wochen, das wir eine ganz neue Ruhe auf diesem Friedhof haben." Noch bis vor sieben Wochen war der Ohlsdorfer Friedhof kein besinnlicher Ort: Stau, hupende Autos – allgemeiner Verkehrslärm, war Alltag auf dem größtem Parkfriedhof der Welt. Jetzt aber ist Ruhe eingekehrt und bereits in den vergangenen Wochen verzeichnet der Friedhof 60 Prozent weniger Durchfahrtsverkehr.

Über 100 Beschwerden gingen täglich wegen der Schranke ein

Trotz neuer Stille sind einige Friedhofsbesucher nicht von der Sperre begeistert. Ein kurzer Besuch ist nicht mehr möglich, weil man jetzt um den ganzen Friedhof herum fahren muss, sagen Besucher. Aber auch Pendler, die die Straße als tägliche Strecke benutzten, müssen jetzt einen längeren Fahrtweg in Kauf nehmen. Aufgrund der Umstellung bekam die Friedhofsverwaltung täglich über 100 Beschwerden. Inzwischen ist aber wieder etwas Frieden auf dem Friedhof eingekehrt.

448.000 Euro teure Beschränkungen

Der Bau der Schranke sorgte nicht nur unter den Pendlern und Friedhofsbesucher für Unruhe, nein auch die Kosten dafür waren sehr hoch. Allein 30.000 Euro wurden für den Personaleinsatz, der vor Ort benötigt wird investiert, sowie für die Ausgabe der Karten die, die Durchfahrtberechtigten benötigen. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Schranken auf Ganze 448.000 Euro.

Wer darf noch durchfahren?

Durchfahren dürfen in Zukunft Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Friedhofs, des HVV, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Außerdem gibt es besondere Regelungen bei Beisetzungen, wie Lutz Rehkopf, Pressesprecher der Hamburger Friedhöfe erklärt: "Durchfahrtberechtigt sind grundsätzlich Besucherinnen und Besucher von Trauerfeiern. Die sagen dann den Namen desjenigen, zu dessen Trauerfeier sie fahren möchten und werden dann durchgelassen und Personen die zwei Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof haben, die getrennt sind von der Schranke."