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Verhärtete Fronten im Lufthansa-Streik

Verhärtete Fronten im Lufthansa-Streik

Streik der Vereinigung Cockpit. Nur die Hälfte der Lufthansa-Flüge hebt heute ab
Die Passagiere am Flughafen in München sind vom 13. Streik der Lufthansa betroffen.
dpa, Matthias Balk

Mit weiteren Ausständen ist zu rechnen

Die Lufthansa wehrt sich gegen die verschärften Pilotenstreiks mit juristischen Mitteln. Wegen der auf die Kurz- und Mittelstrecke verlagerten Streiks sollen am Mittwoch 1.000 der 1.520 geplanten Lufthansa-Flüge ausfallen, teilt das Unternehmen mit.

Betroffen seien rund 140.000 von 180.000 gebuchten Kunden. Die Lufthansa versucht mittlerweile die 13. Streikrunde von den Arbeitsgerichten Frankfurt und Köln stoppen zu lassen. Für die Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie die Tochter Germanwings wurden am Dienstag einstweilige Verfügungen gegen den Streik beantragt, über die am Nachmittag noch nicht entschieden war.

Von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlangt die Lufthansa zudem 60 Millionen Euro an Schadenersatz. Für innerdeutsche Verbindungen wurden die Fluggäste auf die Bahn verwiesen. Außerdem könnte das Unternehmen auch Jets anderer Gesellschaften aus dem Lufthansa-Konzern einsetzen. Erneut sollten betroffene Kunden gezielt über SMS und E-Mails informiert werden.

Worum geht es beim Streik?

Zum Auftakt der 13. Streikrunde hatte die Gewerkschaft gedroht, dass ihre Mitglieder bei Europas größtem Luftverkehrskonzern bis zum Jahresende wöchentlich die Arbeit niederlegen könnten. Wörtlich sagte VC-Sprecher Markus Wahl am Frankfurter Flughafen: "Bis auf weiteres ist es jede Woche möglich, dass es neue Ausstände gibt. Ausgenommen davon ist vielleicht Weihnachten."

Am Frankfurter Flughafen war am Dienstag wie an anderen deutschen Airports nur wenig von den zunächst auf die Langstrecke beschränkten Pilotenstreiks zu spüren. Nur knapp die Hälfte der 170 Übersee-Verbindungen wurde abgesagt, allerdings fallen wegen der gestörten Umläufe auch am Mittwoch und Donnerstag noch dutzende Langstrecken aus.

In den bislang zwölf Streikrunden seit April 2014 hat die VC der Lufthansa nach deren Angaben rund 330 Millionen Euro Schaden zugefügt. Offizieller Streikgrund bleibt die Übergangsversorgung der rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings bis zur Rente. Es geht aber auch um die künftige Unternehmensstruktur mit der geplanten Billigschiene Eurowings.