Frau in Waldstück missbraucht und Tat gefilmt

Gruppen-Vergewaltigung in Mülheim: Stadt will vorläufige Schulbefreiung für Verdächtige (12 bis 14)

10. Juli 2019 - 10:19 Uhr

Gruppen-Vergewaltigung in Waldstück in Mülheim an der Ruhr

In Mülheim an der Ruhr wird eine junge Frau in ein Waldstück gezerrt und vergewaltigt. Sie war bisher zu traumatisiert, um von der Polizei befragt zu werden. Die Stadt Mülheim will jetzt, dass die fünf mutmaßlichen Täter vorerst nicht mehr am Unterricht teilnehmen.

Mülheim an der Ruhr will Schulpflicht nach Gruppen-Vergewaltigung aufheben

Schweres Sexualdelikt - Gruppe Jugendlicher unter Verdacht
In der Nähe dieses Gebüsches, das am Radschnellweg liegt, soll eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden sein.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe gfh

Man wolle die Bezirksregierung Düsseldorf als Schulaufsichtsbehörde bitten, die Schulpflicht für die in Mülheim gemeldeten Tatverdächtigen für die jetzt laufende letzte Schulwoche vor den Ferien auszusetzen, sagte Sozialdezernent Marc Buchholz. Ob einer der mutmaßlichen Tatbeteiligten am Montag zum Schulunterricht gegangenen sei, wisse er nicht. Alle fünf gelten als "dringend verdächtig, an der Tat beteiligt gewesen zu sein", sagt Peter Elke von der Polizei Essen im Interview mit RTL. Ihnen wird ein "schweres Sexualdelikt" vorgeworfen. Die jeweilige Rolle bei dem Verbrechen ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Die Jugendlichen seien offiziell befragt und dann wieder ihren Eltern übergeben worden. Für sie gelte weiter die Schulpflicht. Bei den Familien der beiden zwölfjährigen Verdächtigen werde sich am Montag das Jugendamt einschalten und Hilfe anbieten, sagte ein Stadtsprecher. Selbst die Polizei zeigte sich schockiert über die Tat: "Wir sind schon erschrocken über das sehr, sehr junge Alter dieser Gruppe", sagte Elke.

Gruppen-Vergewaltigung in Mülheim: Hund und Nachbarn bewahrten Opfer vor Schlimmerem

Anwohner in Mülheim waren am Freitagabend gegen 22.15 Uhr aufmerksam geworden, weil ihr Hund bellte und sich nicht beruhigen ließ, berichtete die Polizei. Sie hätten im Grünen hinter ihrem Garten die verletzte junge Frau und zwei männliche Personen entdeckt und die Polizei verständigt.

Die beiden Verdächtigen seien über einen parallel verlaufenden Radweg geflohen, die Frau blieb zurück. Die Anwohner riefen die Polizei und kümmerten sich um das Opfer. Nach einer Fahndung hatte die Polizei die Gruppe gestellt. "Wenn der Hund nicht angeschlagen hätte, wir wissen nicht, wie lange diese Tat noch gedauert hätte", sagte Elke.

Diskussion um Alter für Strafmündigkeit

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt.
Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG), Rainer Wendt.
© deutsche presse agentur

Angesichts der Tat in Mülheim an der Ruhr fordert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, erneut, dass Kinder bereits ab einem Alter von 12 Jahren strafmündig sein sollten. "Aber nicht etwa, um Kinder in den Knast zu schicken, sondern um ihnen die Möglichkeit richterlicher Anordnungen zu Teil werden zu lassen, damit frühzeitig eingegriffen wird und auch Eindruck gemacht wird", so Wendt.