Vergewaltigung im Netz 'prophezeit'

© dpa, Jens Büttner

16. Februar 2011 - 18:07 Uhr

Schock-Meldung in sozialem Netzwerk

Über 500 Millionen Nutzer machen sich regelmäßig einen Riesenspaß aus dem Online-Netzwerk Facebook. Besonders beliebt sind derzeit kleine Spielchen und Orakel, von Nutzern selbst entworfen. Eigentlich ein harmloser Zeitvertreib - doch weil Facebook offenbar nicht genau genug hinschaut, erlebte eine junge Frau aus Mönchengladbach ausgerechnet am Valentinstag den puren Horror.

Es ist der Tag der Liebenden: Der Valentinstag. Sarah Schiffer ist Single, und bei Facebook wollte sie erfahren, wie ihr Liebestag wird. Die Orakel-Anwendung funktioniert so ähnlich wie ein Horoskop. Dann der Schock - das Internet prophezeit ihr: "Du wirst vergewaltigt!"

"Wenn man es dann noch mal, nochmal und nochmal liest, dann kommen natürlich die Gedanken: Wer hat das gemacht? Gibt es irgendwelche kranken Leute, Freunde von Freunden, die es alle lesen können, die dann vor meiner Tür stehen?", so Sarah.

Wie kann man sich schützen?

Denn jeder kann auf Facebook solche Horror-Prophezeiungen programmieren. Die Bedienung ist ein Kinderspiel: "Ich habe da Felder - die sagen mir genau, was ich machen muss: Hier den Titel der Anwendung eintragen, hier die Aussagen, die die Anwendung ausspuckt eintragen, und dann drücke ich einfach auf veröffentlichen. Das war es", erklärt Sabine Krimpmann, RTL-Interactive-Internetexpertin.

Schützen können sich Nutzer nur, indem sie solche selbstgemachten Orakel gar nicht erst befragen und alle Anwendungen sperren, die sie nicht wollen. Sarah hat das Ergebnis des Valentins-Orakels auf ihrer Pinnwand veröffentlicht - auch um zu zeigen, welche Gefahren auf Facebook lauern. Sie hat den Schock noch immer nicht ganz verwunden und hütet sich ab jetzt davor, Facebook nach ihrer Zukunft zu fragen.