Vergewaltigung auf Münchner Uni-Toilette: Gefängnisstrafe für Täter

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14. Juli 2017 - 15:21 Uhr

Fast sieben Jahre Haft nach Vergewaltigung auf Uni-Toilette

Der Tatort war ein Ort, an dem wohl niemand ein Verbrechen vermutet hätte: eine Damentoilette an der Ludwig- Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort überwältigte der 26-jährige Süleyman D. die junge Studentin Sabine L. und missbrauchte sie sexuell. Das Landgericht München I verurteilte ihn zu sechs Jahren und neun Monaten Haft. Zugleich ordnete der Richter an, dass der Täter in der Psychiatrie untergebracht werden muss.

Süleyman D. brach der jungen Studentin den Arm

Bevor Sabine L. in der Toilette überfallen wurde, hatte sie unter einem gebrochenen Arm gelitten, der erst vor Kurzem verheilt war. Während sich Süleyman D. die junge Studentin gefügig machen wollte, brach er ihr den Arm wieder. Der Richter ging aus diesem Grund von einer besonders schweren Vergewaltigung aus. 

Nur drei Tage nach der Tat hatte Süleyman D. erneut versucht, auf derselben Toilette in der Uni eine junge Studentin zu vergewaltigen. Diesmal war er jedoch in die Flucht geschlagen worden. Beide Frauen traten während des Prozesses als Nebenklägerinnen auf.

Vor Gericht gab sich der fast zwei Meter großgewachsene Süleyman D. wortkarg, wie die 'Sueddeutsche Zeitung' berichtet. Auf Fragen antwortete er lediglich mit "Ja", "Nein" oder "Weiß nicht". Während des Polizeiverhörs hatte er die ihm zur Last gelegte Vergewaltigung jedoch eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten gefordert. Der Anwalt von Süleyman D. hatte sich für einen Freispruch wegen Schuldunfähigkeit ausgesprochen und forderten eine Überstellung in die Psychiatrie. Wie die 'Sueddeutsche Zeitung' weiter schreibt, soll Süleyman D. laut eines Arztes unter akustischen Halluzinationen leiden. 

Der Anwalt von Sabine L. übte Kritik an Gericht und Medien

Der Anwalt von Sabine L. kritisierte das Gericht und die Presse. Er hatte gefordert, dass die Öffentlichkeit während der Befragung des Opfers ausgeschlossen wird. Das Gericht war diesem Antrag jedoch nicht nachgekommen, da es befand, dass bei diesem Prozess das Interesse der Öffentlichkeit überwiege.

Zudem sollen zwei Kameraleute Sabine L. nach ihrer Vernehmung im Gerichtssaal "aufgelauert" haben. Infolgedessen habe die junge Frau am darauffolgenden Tag einen Nervenzusammenbruch erlitten.