11. Januar 2019 - 15:17 Uhr

Schwangerschaft blieb unentdeckt

Mehr als zehn Jahre lang lag sie im Wachkoma, dann brachte sie plötzlich einen gesunden Jungen zu Welt: Der Fall der im US-Bundesstaat Phoenix vergewaltigten Frau hat weltweit für Empörung gesorgt. Jetzt kam heraus: Die letzte dokumentierte Untersuchung der Patientin fand im April 2018 statt. Die Schwangerschaft wurde aber bei dieser Untersuchung acht Monate vor der Geburt nicht entdeckt. Wie die Polizei den Fall einschätzt, zeigt unser Video.

Warum haben die Betreuer nichts bemerkt?

Frau liegt im Koma im Krankenhaus.
Bei der in Phoenix vergewaltigten Wachkomapatientin fand ein Arzt acht Monate vor der Geburt ihres Sohnes keine Anzeichen einer Schwangerschaft (Symbolbild).
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Der Arzt, der die Patientin in der Pflegeeinrichtung "Hacienda Healthcare" einmal im Jahr untersucht, diagnostizierte zwar einen "festen Bauch". Anzeichen einer Schwangerschaft gab es jedoch nicht, und so empfahl er, die Behandlung im üblichen Rahmen fortzusetzen. Experten halten es laut "ctvnews.ca" für möglich, dass eine Schwangerschaft selbst denjenigen verborgen bleibt, die sich täglich um einen Patienten kümmern.

Ein ehemaliger Betreuer der Frau kann sich das nicht vorstellen. In einem anonymen Interview mit "ABC15" bezweifelt er, dass niemand etwas gemerkt hat: "Ich kann nicht glauben, dass jemand sie neun Monate lang täglich gebadet und nicht gemerkt hat, dass sie keine Periode bekam und fülliger wurde. Dass keine der Krankenschwestern ihr Gewicht kontrolliert hat, das schockiert mich."

DNA-Test bei allen Mitarbeitern

Die Polizei führte nun DNA-Tests bei allen männlichen Mitarbeitern des Pflegeheims durch und hofft, dem Täter so auf die Spur zu kommen. Wie eine Frau im Wachkoma überhaupt ein Kind gebären kann, erklärt Dr. Andrea von Helden, Chefärztin des Zentrums für Schwerst-Schädel-Hirnverletzte im Vivantes-Klinikum Berlin-Spandau.