Verfassungsschutz geht von 1.100 islamistischen Gefährdern in Deutschland aus

12. Dezember 2015 - 11:42 Uhr

Durch den Einsatz der Bundeswehr in Syrien nimmt die Gefahr zu

In Deutschland leben derzeit nach Einschätzung des Verfassungsschutzes 1.100 gewaltbereite Islamisten. 430 Personen würden als so gefährlich angesehen, dass ihnen jederzeit eine schwere Straftat zuzutrauen sei, sagte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Deutschland stehe schon seit Jahren im Fokus von IS und Al-Kaida. Durch den Einsatz von Bundeswehr-Aufklärungstornados in Syrien werde sich das noch verstärken. Die Gefährdungslage bleibe unverändert hoch.

Verfassungsschutz zu Lage der Gefährder in Deutschland
Die Gefährdungslage in Deutschland bleibe laut Verfassungsschutz unverändert hoch.
© dpa, Oliver Berg

Maaßen forderte neu ankommende Flüchtlinge auf, Informationen über mögliche Terroristen weiterzugeben. "Das ist keine Denunziation. Wir sind einfach darauf angewiesen zu wissen, was gefährlich sein kann für die innere Sicherheit in unserem Land." Maaßen wies in der 'Mittelbayerischen Zeitung' auf Versuche von Salafisten hin, unter Flüchtlingen in Deutschland "neue Anhänger zu missionieren und zu rekrutieren". Dem Verfassungsschutz seien mehr als 150 solcher Vorgänge bekannt geworden, die im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften stattfanden.

Sorge bereite auch die starke Zunahme der Zahl der Salafisten. "In Deutschland zählen aktuell über 8.350 Personen zu den Salafisten. Damit ist die Zahl in den letzten Monaten rasant angestiegen. Ende September waren es noch 7.900", erklärte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.