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Vereinte Nationen beschließen härtere Sanktionen gegen Nordkorea

Vereinte Nationen beschließen härtere Sanktionen gegen Nordkorea

Sanktionen: Reiseverbote und Kontensperrungen

Drei Wochen nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas haben die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das kommunistische Regime verhängt. Das Gremium ließ sich dabei nicht von Drohungen Nordkoreas mit einem Atomschlag beeindrucken.

Nordkorea droht USA mit Atombombe
Nordkoreas Präsident Kim Jong-Un (Mitte) droht den USA mit einem nuklearen Erstschlag.
REUTERS, KCNA

"Da die USA im Begriff stehen, einen Atomkrieg anzufangen, werden wir das uns zustehende Recht eines Präventiv-Schlages gegen die Kommandozentralen der Aggressoren üben, um unsere höchsten Interessen zu schützen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Pjöngjang laut amtlicher Nachrichtenagentur KCNA. Experten gehen allerdings davon aus, dass Nordkorea bislang nicht in der Lage ist, mit einer Interkontinentalrakete, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt ist, das Kernland der USA anzugreifen.

Die USA haben die Drohungen zurückgewiesen und den Kurs des kommunistischen Landes kritisiert. "Die Vereinigten Staaten sind voll und ganz in der Lage, sich gegen nordkoreanische Raketendrohungen zu verteidigen", sagten Sprecher vom Weißem Haus und vom Außenministerium. Auch die Vereinten Nationen ließen sich von den Einschüchterungsversuchen Nordkoreas nicht beeindrucken. Der UN-Sicherheitsrat beschloss einstimmig, die schon bestehenden Strafmaßnahmen durch Reiseverbote und Kontensperrungen zu verstärken. Zudem richtet sich die Resolution gezielt gegen Diplomaten des Regimes. Die Weltgemeinschaft werde das Streben Nordkoreas nach Atomwaffen nicht tolerieren, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Das Papier trägt vor allem die amerikanische, aber auch die chinesische Handschrift – obwohl Peking als engster Verbündeter Pjöngjangs gilt. Jedoch ist es nach dem Atomtest vom 12. Februar etwas von seinem Partner abgerückt.

Südkorea erhöht Alarmbereitschaft seiner Streitkräfte

Text 2: Selten hat Nordkorea bislang nach schrillen rhetorischen Drohungen auch Taten folgen lassen. 2010 wurde ohne jede Vorwarnung eine südkoreanische Insel im Grenzgebiet mit Granaten beschossen. Im selben Jahr wurde ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt, was Nordkorea zugeschrieben wurde. Aktuell wirft das kommunistische Land den USA und dem demokratischen Nachbar Südkorea vor, gemeinsame Manöver zu nutzen, um einen Angriff auf den kommunistischen Staat vorzubereiten. Nordkorea hat seinerseits ebenfalls Manöver in einem ungewöhnlich großen Umfang gestartet.

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Südkorea die Alarmbereitschaft seiner Streitkräfte aus Furcht vor Provokationen durch Nordkorea erhöht. Das Militär sei "vollständig" auf mögliche Provokationen vorbereitet, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. Nordkorea bereite derzeit ein "massives" Militärmanöver vor. Möglich sei sogar eine unmittelbare Attacke auf die Regierung in Pjöngjang. "Alle Vorbereitungen stehen für eine harte und entschiedene Bestrafung, nicht nur des Angriffsorts und seiner unterstützenden Truppen, sondern auch des befehlshabenden Elements", sagte der südkoreanische Generalmajor Kim Yong Hyun.

Nordkorea wiederum fühlt sich erneut durch ein gemeinsames jährliches Großmanöver der Streitkräfte der USA und Südkoreas provoziert. Die Übungen unter dem Namen 'Foal Eagle' hatten am 1. März begonnen und dauern zwei Monate. Die beiden Länder bestreiten den Vorwurf Nordkoreas, dass ein Angriff vorbereitet werde. Dennoch hatte die Armeeführung in Pjöngjang am Dienstag mit Militärschlägen und der Kündigung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 gedroht. Damit war der Korea-Krieg faktisch beendet worden. Südkoreas Militär schließt nicht aus, dass Nordkoreas Volksarmee während des Manövers Kurzstreckenraketen abfeuern könnte, um Stärke zu demonstrieren.