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Verdi-Warnstreiks legen Nahverkehr im Ruhrgebiet lahm - auch Kitas geschlossen

Verdi-Warnstreiks legen Nahverkehr im Ruhrgebiet lahm - auch Kitas geschlossen

Verkehrskollaps im Ruhrgebiet

Die Gewerkschaft Verdi macht ernst. Nachdem die zweite Runde der bundesweiten Tarifgespräche ohne Ergebnis geblieben war, gibt es nun Warnstreiks in kommunalen Verkehrsbetrieben, Kindertagesstätten und auch bei der Telekom. Am Dienstagmorgen ist der Verkehr im Ruhrgebiet fast komplett zum Erliegen gekommen.

Die Bürger müssen es ausbaden - und dann noch winterliche Verhältnisse auf den Straßen

20.03.2018, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Plakate mit der Aufschrift «Warnstreik» hängen an geparkten Bussen am Bus-Depot der DSW21. Verdi startet eine erste große Warnstreikwelle in Öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen. 20 000 Arbeitnehmer si
Die Busse blieben heute in vielen Teilen NRWs im Depot.
gfh, dpa, Ina Fassbender

Verdi fordert 5,5 Prozent mehr Geld für die 55.000 Tarifbeschäftigten. Und setzt mit den Warnstreiks vor der dritten Runde der Verhandlungen am Mittwoch ein starkes Zeichen. "Die Arbeitgeber haben die beiden ersten Verhandlungsrunden ohne ein Angebot verstreichen lassen, darauf werden wir jetzt angemessen reagieren und den Druck erhöhen", kündigte Verdi-Streikleiter Peter Praikow an.

Ausbaden müssen es die Bürger. In den Großstädten Essen, Dortmund, Bochum und Duisburg fuhren am Dienstagmorgen weder städtische Busse noch Straßen- oder U-Bahnen. Viele Arbeitnehmer wichen bei Winterwetter mit Neuschnee auf das Auto aus. Auf der Autobahn 40, dem Ruhrschnellweg, reihte sich ein Stau an den anderen. "Die A40 ist über weite Strecken komplett zu", sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei. Zum hohen Verkehrsaufkommen komme das Winterwetter noch hinzu. In ganz Nordrhein-Westfalen summierte sich die Länge der verzeichneten Staus am Dienstagmorgen auf rund 300 Kilometer.

Verdi hat in Nordrhein-Westfalen für heute mehr als 20.000 Beschäftige der Kommunen und des Bundes zum Warnstreik aufgerufen. Schwerpunkt der Aktionen bilden kommunale Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet. Aber auch kommunale Kitas bleiben geschlossen. So sollen in Duisburg rund 80 Prozent der städtischen Kitas nicht öffnen, eine Notbetreuung sei aber eingerichtet. Viele Eltern von Schulkindern mussten schauen, wie ihre Sprösslinge ohne Busse und Bahnen in die Schule kommen. ​ Welche Rechte jetzt berufstätige Eltern von Kita-Kindern haben, das erfahren Sie hier.

Das NRW-Schulministerium verwies am Montag darauf, dass der Streik angekündigt sei und trotzdem Schulpflicht bestehe. Auch die Müllabfuhr oder Bürgerämter werden in die Warnstreiks einbezogen. "Wir rechnen mit einer hohen Beteiligung", sagte ein Verdi-Streikleiter in Essen.

Streikwelle rollt am Mittwoch weiter

Auf mehrere Bundesländer rollt die Streikwelle zu : Die Gewerkschaft ruft ab Dienstag für den Rest der Woche Mitarbeiter von Verwaltungen, Stadtwerken, Krankenhäusern und Kindergärten in Rheinland-Pfalz dazu auf, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen.

So soll es am Dienstag in Neuwied und Koblenz einen Stopp der Arbeit geben. Am Mittwoch sind in Ludwigshafen die städtischen Kindertagesstätten und zwei Hallenbäder geschlossen. Für Donnerstag fordert die Gewerkschaft in Mainz auch Mitarbeiter der Straßenreinigung und Müllentsorgung sowie Mitarbeiter der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) zum Warnstreik auf. Busse werden laut Verdi nicht fahren. Am Freitag soll der Warnstreik in Idar-Oberstein und Mayen fortgesetzt werden.

Auch im Saarland und in Hessen werden Mitarbeiter von Verwaltungen, Stadtwerken, Krankenhäusern und Kindergärten ihre Arbeit vorübergehend niederlegen.