1.300 Beschäftigte sollen Zuhause bleiben

Verdi ruft zum Streik beim TÜV in Hessen auf

Schon vier Gesprächsrunden hat es zwischen Verdi und dem TÜV gegeben – bisher ohne Einigung.
Schon vier Gesprächsrunden hat es zwischen Verdi und dem TÜV gegeben – bisher ohne Einigung.
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21. April 2021 - 7:21 Uhr

Das gab's noch nie: Streik beim TÜV in Hessen

Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter des TÜV Hessen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist die laufende Tarifrunde: Die Gewerkschaft hatte 7 Prozent mehr Lohn gefordert, der Arbeitgeberseite ist das zu viel. Nach Angaben von Verdi ist es der erste Warnstreik in der Geschichte des TÜV.

Verdi fordert: 7 Prozent mehr Gehalt für TÜV-Beschäftigte

Es geht Verdi zufolge um Niederlassungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg. Außerdem sollen die 1.300 Beschäftigten des TÜV Hessen zu Hause zu bleiben. Fahrprüfungen oder Hauptuntersuchungen könnten streikbedingt ausfallen.

Die Gewerkschaft hatte zu Beginn der Verhandlungen 7 Prozent mehr Geld in diesem Jahr verlangt, dabei mindestens 300 Euro mehr für die unteren Lohngruppen. Die Arbeitgeberseite habe dagegen bisher nur ein Plus von 2 Prozent für dieses und 2,5 Prozent für das kommende Jahr angeboten. Thema der Tarifauseinandersetzung sind auch Vorschläge für mehr Wahlmöglichkeiten zwischen Entgelt und Umwandlung in Freizeit. Inzwischen sind vier Gesprächsrunden verstrichen.

Forderung nach mehr Geld auch wegen Corona-Aufgaben

Verdi kritisiert, dass die Belegschaft viele sicherheitsrelevante Aufgaben in der Pandemie schultere, ohne dass sich dies hinreichend auf dem Gehaltszettel bemerkbar mache. Beispiele seien Kontrollen von Atemschutzmasken oder Fahrprüfungen trotz Ansteckungsgefahr.

TÜV-Nord-Personalchefin Astrid Petersen sagte, man sei intensiv im Austausch. Aus ihrer Sicht hat das Unternehmen bereits ein sehr gutes Angebot vorgelegt. Details aus den aktuellen Gesprächen wollte sie nicht nennen. Die Verhandlungen sollen nach den Warnstreiks weitergehen. "Meines Erachtens sind wir auf einem guten Weg."


Quelle: DPA/RTL.de