Prozessauftakt in Verden

Hat eine Mutter ihren Sohn (†4) in den Fluss geworfen, um ihn zu töten?

Am 06.11.2020 bergen Feuerwehrleute ein totes Kleinkind aus der Wümme (Archivbild)
Am 06.11.2020 bergen Feuerwehrleute ein totes Kleinkind aus der Wümme (Archivbild)
© dpa, -, pat fko tba

13. April 2021 - 9:24 Uhr

40-jährige Mutter angeklagt

Im November 2020 ertrinkt ein erst vierjähriger Junge in der Wümme in Rotenburg. Der schreckliche Verdacht: Seine eigene Mutter könnte ihn absichtlich von einer Brücke geworfen haben. Ab Dienstag muss sich die 40-Jährige wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft sieht als Motiv die Befürchtung der Frau, das Sorgerecht zu verlieren.

Mutter und Kind fliehen aus Klinik

Anfang November wird der Polizei abends gemeldet, dass die Frau und ihr Sohn aus einer Kinderklinik verschwunden seien. Das Kind war laut Anklage wegen schwerer Brandverletzungen behandelt worden. Die Angeklagte soll ihn beim Waschen verbrüht haben – ob versehentlich oder absichtlich, ist derzeit noch unklar. Es wird vermutet, dass die Frau deswegen Angst gehabt haben könnte, das Sorgerecht zu verlieren. Bei den anschließenden Suchmaßnahmen wird zuerst die 40-Jährige gefunden, der Junge kann später nur noch tot geborgen werden.

Nach dem Tod ihre Kindes wurde die Frau in eine psychiatrische Klinik untergebracht, dem NDR zufolge, soll dieser Unterbringungsbefehl Anfang März in einen Haftbefehl umgewandelt worden sein. Ein Urteil könnte im Juni fallen.

Quelle: DPA/RTL.de