Gericht verneint dringenden Tatverdacht – Haftbefehl aufgehoben

Verdächtiger im Mordfall Peggy (†9) wieder frei: Ermittler prüfen Beschwerde

Peggy Knobloch
© deutsche presse agentur, RTLi, unbekannt

25. Dezember 2018 - 9:18 Uhr

Verdächtiger hatte zuvor sein Teilgeständnis wiederrufen

Erst vor zwei Wochen nahm die Polizei Manuel S. als Tatverdächtigen im Mordfall Peggy Knobloch fest. Jetzt gibt es die nächste Wende in den jahrelangen Ermittlungen um die 2001 verschwundene und getötete Neunjährige (die Chronologie des Falls bei RTL.de). Das Amtsgericht Bayreuth hat den Haftbefehl gegen den 41-Jährigen aufgehoben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Nachdem der Mann sein Teilgeständnis widerrufen hatte, sieht das Gericht demnach keinen dringenden Tatverdacht mehr.

Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Beschwerde einlegt

Das Gericht verneinte einen dringenden Tatverdacht nach Angaben der Ermittler, weil das Teilgeständnis, nachdem Manuel S. es widerrufen hat, nicht mehr gegen ihn verwendet werden kann. Die Spuren am Ablageort von Peggys Leiche, wo erst 2016 die Leiche des getöteten Mädchens gefunden wurde, begründeten demnach keinen Tötungsdelikt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Beschwerde einlegt.

Manuel S. hatte vor drei Monaten in einer Vernehmung zugegeben, dass er die tote Peggy im Mai 2001 mit seinem Auto in den Wald gebracht hatte. Er bestritt jedoch, das Mädchen getötet zu haben. Das leblose Kind habe er damals von einem Bekannten an einer Bushaltestelle übernommen. Er habe noch versucht, die Neunjährige zu beatmen - sie dann jedoch in eine Decke gepackt und in den Kofferraum seines Autos gelegt. Den Schulranzen und die Jacke von Peggy wollte der 41-Jährige Tage später bei sich zu Hause verbrannt haben.

41-Jähriger kommt nach Haftbeschwerde seines Anwalts wieder frei

Dieses Teilgeständnis hat der Beschuldigte zurückgezogen. Die Polizei habe seinen Mandanten bei der Vernehmung im September stark unter Druck gesetzt, sagte der Anwalt dem "Bayerischen Rundfunk". "Er wollte irgendwann nur noch aus dieser Situation heraus und hat deshalb dann einfach das gesagt, was man von ihm hören wollte." Nachdem er nun aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, wird zurzeit gegen keine weiteren Beschuldigten ermittelt.