Nach Festnahme auf FKK-Campingplatz

Verdacht auf Kindesmissbrauch: Solinger Vater muss vor den Haftrichter

11. Juni 2020 - 19:50 Uhr

Vater soll seine zwölfjährige Tochter missbraucht haben

Der Familienvater aus Solingen, den die Polizei auf einem FKK-Campingplatz in Rösrath festgenommen hat, wurde einem Haftrichter vorgeführt. Der Mann steht im Verdacht, seine eigene Tochter missbraucht zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler kinderpornografisches Material – darunter wohl auch ein Foto, dass beweisen soll, dass er sich an dem zwölf Jahre alten Mädchen verging.

Nachbar hörte oft laute Schreie

Ein Nachbar der Familie in Solingen erzählten auf RTL-Anfrage, dass er oft laute Schreie gehört habe. Darum habe das Ordnungsamt häufiger vor der Tür gestanden. Auch das Jugendamt betreue die Familie wohl schon länger, so erzählen Nachbarn im Gespräch mit RTL.

Die Ermittler durchsuchten bereits im Dezember 2019 das Haus des Verdächtigen und stellten dabei zahlreiche Datenträger sicher, erklärte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert. Die Polizei hatte die Spur eines kinderpornografischen Fotos nachverfolgt, das von der Adresse der Familie in Solingen aus verschickt worden sein soll. Auch auf den beschlagnahmten Datenträgern wurden weitere eindeutige Bilder gefunden.

Die Kinder des Mannes sind jetzt in Sicherheit

In U-Haft kam der 38-Jährige damals noch nicht. Gegen ihn wurde lediglich wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials ermittelt. "Das ist eine Straftat, aber noch keine Tat, für die sie jemanden in Untersuchungshaft nehmen können", erklärt der Staatsanwalt.

Doch dann stießen die Ermittler auf ein Bild, das den Beweis liefern könnte, dass der Vater solche Fotos nicht nur besessen haben, sondern auch selbst welche produziert haben könnte. "Wir sind recht sicher, dass er das ist, der darauf zu sehen ist", so Baumert. "Wir sind auch relativ sicher, wo das Foto aufgenommen wurde, nämlich in der Wohnung des Beschuldigten".

Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Die Polizei nahm den Vater und auch die Mutter vorläufig fest. Weil die Familie nicht zuhause war, sondern Urlaub auf dem Campingplatz in Rösrath machte, erfolgte der Zugriff dort. Die Frau kam nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß. Die Kinder – das Mädchen und ihren jüngeren Bruder – nahm das Jugendamt in Obhut. Die Wohnung und auch der Camping-Stellplatz des Mannes wurden noch einmal gründlich durchsucht.

Viele Dateien des Familienvaters müssen noch ausgewertet werden

Die Ermittler haben noch nicht alle Datenträger ausgewertet, die bei dem 38-Jährigen gefunden wurden. Erst dann lässt sich das ganze Ausmaß des Falles absehen. Der Staatsanwalt erklärt, dass es auch noch zu früh sei, zu sagen, ob der Vater alleine gehandelt habe oder ob ein ganzer Pädophilen-Ring hinter den Taten stecke.

Der 38-Jährige habe erste Äußerungen zu den kinderpornografischen Fotos in seinem Besitz gemacht. Zu den Missbrauchsvorwürfen schweige er aber bisher. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Solinger mindestens sechs Monate bis zu zehn Jahren Haft. Aber auch das ist abhängig von dem, was die Polizei auf den Datenträgern entdeckt. "Das kann, wenn wir weitere schwere Missbrauchsfälle finden sollten, auch sehr schnell sehr viel höher gehen bis hin zu Sicherungsverwahrung", so Baumert.