29. November 2018 - 11:37 Uhr

Das Klageregister beim Bundesamt für Justiz ist eröffnet

Zehntausende Dieselfahrer können sich jetzt der Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen anschließen - und zwar ohne Kostenrisiko. Denn das übernimmt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Er klagt stellvertretend für Betroffene des Diesel-Skandals. Wie der vzbv mitteilte, wurde das entsprechende Klageregister beim Bundesamt für Justiz eröffnet. Damit haben Käufer von Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Dieselmotoren des Typs EA 189, die ein Rückrufschreiben des Kraftfahrtbundesamts erhalten haben, die Möglichkeit, ihre Ansprüche geltend zu machen. Wir erklären, was Sie als Betroffener des Diesel-Skandals jetzt wissen sollten und wie Sie sich der Klage anschließen.

Wer kann mitmachen?

Die Eintragung sei vor allem für diejenigen interessant, die sich gegen Einzelklagen entschieden hätten. "Viele geschädigte Dieselfahrer haben bisher nicht die Zeit, die Risikobereitschaft, vielleicht auch nicht die Kosten aufbringen wollen, um individuell gegen Volkswagen zu klagen", sagte vzbv-Chef Klaus Müller.

Mitmachen können jetzt alle Dieselfahrer, die vom Volkswagen-Pflichtrückruf betroffen waren und noch nicht selbst geklagt haben. Das betrifft Diesel von VW, Audi, Skoda und Seat mit Motoren des Typs EA 189 (Vierzylinder, Hubraum: 1,2 oder 1,6 oder 2,0 Liter), die nach dem 1. November 2008 verkauft wurden. Auch wer sein Auto inzwischen verkauft hat oder verschrotten ließ, kann sich kostenlos eintragen.

Ziel ist es, dass diese für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge entschädigt werden. Der ADAC hält mehr als 50.000 Anmeldungen in den kommenden Wochen für möglich. Die Verhandlung kann nur beginnen, wenn sich in zwei Monaten mindestens 50 Betroffene in das Register eintragen.

So melden Sie sich für die Klage gegen Volkswagen an

Der ADAC unterstützt das Vorgehen der Verbraucherschützer. Anfang November wurde die Klage in Kooperation zwischen vzbv und ADAC auf den Weg gebracht. Und das Interesse ist offenbar groß: Laut ADAC bearbeiten Rechtsexperten des Autoclubs telefonisch pro Tag bis zu 5.000 Anfragen von Mitgliedern zur Musterfeststellungsklage.

Wer sich an der Musterfeststellungklage beteiligen will, kann dies kostenlos und ohne Anwaltszwang machen. Der sicherste und  schnellste Weg ist eine Onlineanmeldung unter www.bundesjustizamt.de. Auch eine postalische Anmeldung zur Eintragung in das Klageregister  ist möglich. Hilfe zum Ausfüllen finden Betroffene unter adac.de/musterfeststellungsklage oder auf den Internetseiten des Bundesamts für Justiz (www.bundesjustizamt.de). Für die Anmeldung sind keine weiteren Unterlagen erforderlich.

Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen. Dennoch weist VW Forderungen nach Ausgleichszahlungen zurück: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit.