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Verbraucherzentrale warnt: Wieso Sie sich am Telefon niemals mit "Ja" melden sollten

Fiese Abzockmasche am Telefon

Verbraucherzentrale warnt: Vermeiden Sie bei fremden Anrufern unbedingt das Wort "Ja"

Handy zeigt unbekannten Anrufer an
Unbekannter Anrufer? Antworten Sie besser niemals mit "Ja".
iStock

von Svenja Hoffmann

Das Handy zeigt einen unbekannten Anrufer an. In dem Fall melde ich mich lieber mit „Ja“ als mit meinem Namen, denn den möchte ich Fremden ja nicht gleich verraten. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wir verraten Ihnen, warum Sie das Wörtchen „Ja“ in einer solchen Situation aber lieber nicht nutzen sollten und wie Sie mit unerwünschten Werbeanrufen am besten umgehen.

Eine Antwort, über die sich die Anrufer freuen

Es ist nur ein kleines Wort, doch es kann bei einem unerwünschten Anruf großen Schaden anrichten. Die Verbraucherzentrale berichtet, dass Betroffene nach einem Werbeanruf plötzlich Verträge und Zahlungsaufforderungen in ihren Briefkästen fanden. Angeblich sollen sie während eines Telefonats dem Vertrag zugestimmt haben. Doch die Betroffenen scheinen sich sicher gewesen zu sein: Eine Einwilligung haben sie nie erteilt. Was sie jedoch gemacht haben, war laut und deutlich „Ja“ zu sagen, nachdem man sie mit unauffälligen Fragen, wie etwa „Hören Sie mich?“ dazu gebracht hatte. Und das war der Fehler. Denn Berichten zufolge sollen Betrüger die Telefonate im Anschluss so zusammengeschnitten haben, dass das entsprechende „Ja“ als Zustimmung für einen Vertragsabschluss zu hören war. Wenn Sie also gleich zu Beginn eines Anrufs mit einem „Ja“ aufwarten, wird sich der Anrufer wohl ins Fäustchen lachen, denn sein Ziel hat er ganz mühelos erreicht.

Gut zu wissen: Sollten Sie einmal in eine solche Falle tappen und plötzlich eine Zahlungsaufforderung erhalten, dann können Sie gegen diese unberechtigten Forderungen vorgehen. Die Verbraucherzentrale stellt hierzu Musterbriefe bereit.

Unerwünschte Anrufe kommen nicht nur von Kriminellen

Natürlich ist nicht jeder unbekannte Anrufer gleich ein Betrüger. Hinter manchen Anrufen stecken auch große Unternehmen. Doch auch die überschreiten unter Umständen eine Grenze, wenn sie zu Telefonwerbung greifen. Denn Werbeanrufe ohne vorherige Zustimmung des Betroffenen sind in Deutschland gesetzlich verboten, wie Carolin Semmler, Juristin der Verbraucherzentrale NRW, auf RTL-Anfrage erklärt. Doch auch wenn diese Anrufe gesetzlich nicht erlaubt sind, können Betroffene hier in eine Vertragsfalle tappen. Denn die Expertin erklärt: "Viele Verträge sind auch bindend, wenn sie mündlich, also zum Beispiel am Telefon, abgeschlossen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Werbeanruf an sich unzulässig war.“ Daher solle man am Telefon immer vorsichtig sein.

Und sollten Sie doch einmal am Telefon überrumpelt werden und einen Vertrag abschließen, den Sie eigentlich gar nicht brauchen, dann machen Sie sich nicht verrückt - es gibt Entwarnung. Denn wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Website erklärt, haben Verbraucher nach einem Vertragsabschluss am Telefon 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Gut zu wissen: Internet- und Handyverträge bilden eine Ausnahme. Sie werden erst dann gültig, wenn der Kunde seine schriftliche Zustimmung erteilt hat.

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Unbekannter Anrufer? So verhalten Sie sich richtig!

Ob es sich nun um den Anruf eines Betrügers oder um den eines werbenden Unternehmens handelt: Es gibt einige Tipps, die Sie beachten können, um nicht in die Vertragsfalle zu tappen.

  • Antworten Sie auf Fragen in ganzen Sätzen und nicht nur mit „Ja“
  • Melden Sie sich beispielsweise mit der Frage „Wer ist da?“
  • Stellen Sie diese drei Fragen, um die wichtigsten Daten für eine Beschwerde oder eine Anzeige zu sammeln: Wie ist Ihr Name? Für welches Unternehmen rufen Sie an? Warum rufen Sie an?
  • Notieren Sie Zeit und Datum des Anrufs

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, unerwünschte Werbeanrufe bei der Bundesnetzagentur zu melden. Diese kann Bußgelder verhängen und sogar Nummern komplett sperren, wenn es zu wiederholten Verstößen kommt.

Lese-Tipp: Unbekannter Anrufer? Wie Sie herausfinden, wer dahinter steckt