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Verbraucherschützer befürchten: Teurere Handy-Tarife durch Roaming-Wegfall

Verbraucherschützer befürchten: Teurere Handy-Tarife durch Roaming-Wegfall

Roaming weg, dafür Handy-Tarife rauf?
Verbraucherschützer warnen: Roaming weg, dafür Handy-Tarife rauf.
picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Firmen sollen freiwillig auf die Roaming-Gebühren verzichten

Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland sollen bis Juli 2016 abgeschafft werden. Doch Verbraucherschützer warnen jetzt, dass das Roaming-Aus zu höheren Tarifen in Deutschland führen könnte. Zahlen wir Verbraucher am Ende das Gleiche?

"Unsere Sorge ist, dass die Konzerne sich dieses Geld wiederholen, indem sie einfach die nationalen Tarife anheben", sagte der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, dem 'Spiegel' zufolge.

Die EU-Kommission will die Gebühren-Aufschläge für die Handynutzung im EU-Ausland bis Juli 2016 abschaffen. Geht es nach der Brüsseler Behörde sollen Telekomfirmen freiwillig auf die Roaming-Gebühren für SMS, Handytelefonate und Internetnutzung verzichten. Tun sie das nicht, müssten sie ihren Kunden unkompliziert die Nutzung von Anbietern vor Ort ermöglichen. Für eingehende Anrufe beim Auslandsaufenthalt sollen die Extrakosten bereits ab Juli 2014 wegfallen.

Zahlen wir am Ende das Gleiche?

Die Telekommunikationsunternehmen sind gegen den Vorstoß der zuständigen EU-Kommissarin Neelie Kroes, der die Zustimmung des Europaparlaments und der 28 EU-Staaten benötigt. Schließlich würde er sie rund 1,6 Milliarden Euro kosten, wie das Magazin weiter schreibt.

"Sollte Kroes ihre Pläne durchkriegen, müssen die Regulierungsbehörden die Preisentwicklung am deutschen Handymarkt sehr genau beobachten", forderte Billen und fügt hinzu: "Sonst zahlen die Verbraucher am Ende das Gleiche - es wird nur anders verpackt."

Die deutschen Mobilfunktarife liegen dem Bericht zufolge derzeit mit durchschnittlich 8,8 Cent pro Minute europaweit im Mittelfeld. Am wenigsten zahlen demnach die Kunden mit 1,9 Cent in Litauen, am meisten mit 14,7 Cent in den Niederlanden, 674 Prozent mehr als die Litauer.