Regierung will Konversionstherapien verbieten

"Homo-Heilung" soll bald strafbar sein

18. Dezember 2019 - 19:29 Uhr

Bußgeld oder Gefängnis droht

Dubiose Methoden zur "Heilung" von Homosexualität sollen künftig bei Minderjährigen komplett und bei Volljährigen teilweise verboten sein. Bei Missachtung drohen Bußgelder und Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch entsprechende gesetzliche Regeln für sogenannte Konversionstherapien auf den Weg gebracht.

Gesundheitsminister Jens Spahn: Schweres Leid durch Konversionstherapien

"Homosexualität ist keine Krankheit. Daher ist schon der Begriff Therapie irreführend", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Durch Konversionstherapien entstehe oft schweres körperliches und seelisches Leid. "Diese angebliche Therapie macht krank und nicht gesund." Ein Verbot sei auch ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen an alle, die mit ihrer Homosexualität haderten: "Es ist okay, so wie du bist."

"Homo-Heilung" darf auch nicht beworben oder vermittelt werden

Bei Minderjährigen sollen die oft "Homo-Heilung" genannten Methoden künftig generell verboten sein. Strafen drohen auch, wenn die Betroffenen zwar schon volljährig sind, aber zum Beispiel durch Zwang, Drohung oder Täuschung zu einer solchen "Behandlung" verleitet oder nicht über die "Schädlichkeit der Behandlung" aufgeklärt wurden, hieß es am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium. Die Pläne sind noch einmal verschärft worden. Ursprünglich war ein generelles Verbot nur bis zum Alter von 16 Jahren geplant. Auch das öffentliche Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Methoden soll künftig verboten sein.

Das Gesetz soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums Mitte nächsten Jahres in Kraft treten. Im Bundesrat sei keine Zustimmung notwendig.