Verband: Erlösausfall an Kliniken unzureichend kompensiert

23. Februar 2021 - 14:40 Uhr

Erfurt (dpa/th) - Den Akutkliniken in Thüringen sind nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft im Januar wegen der Corona-Pandemie Einnahmen in Höhe von rund 44,2 Millionen Euro verloren gegangen. Im Vergleich zum Januar 2020 sei die Bettenbelegung in den Häusern um durchschnittlich jeweils ein Viertel gesunken, teilte die Gesellschaft - in der die Klinikbetreiber organisiert sind - am Dienstag unter Berufung auf eine Befragung ihrer Mitglieder mit. Für das gesamte Jahr werde ein Rückgang um gut 15 Prozent im Vergleich zu 2019 - dem Jahr vor dem Ausbruch der Pandemie - erwartet. Problem sei, dass die Erlösausfälle nicht vollständig aus den vom Bund festgelegten Ausgleichszahlungen kompensiert würden, monierte Präsidentin Gundula Werner.

In der Pandemie haben viele Krankenhäuser planbare Behandlungen verschoben, um Platz für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu bekommen. Auch wegen Hygienemaßnahmen sei die Auslastung eingeschränkt, zudem scheuen sich viele Patienten vor einer stationären Behandlung in der Pandemie.

Für die entgangenen Erlöse erhalten die Häuser nach Angaben des Bundesamtes für soziale Sicherung pauschale Ausgleichszahlungen von 360 bis 760 Euro pro Fall. Zugesichert ist dies laut Landeskrankenhausgesellschaft zunächst bis zum 11. April. Die Mittel fließen Werner zufolge allerdings nur, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in der jeweiligen Region über 70 je 100.000 Einwohner liege und gleichzeitig weniger als 25 Prozent der Intensivbetten frei seien. Zudem müssten die Häuser als Covid-19-Schwerpunktkliniken eingestuft sein.

Viele Häuser könnten diese Voraussetzungen nicht schaffen. Psychiatrische und psychosomatische Kliniken und Fachabteilungen stünden völlig ohne Unterstützung da.

Seit Beginn der Pandemie haben Thüringer Krankenhäuser nach Angaben des Bundesamtes rund 402 Millionen Euro Ausgleichszahlungen erhalten (Stand 15. Februar). In Thüringen gibt es rund 40 Akutkrankenhäuser.

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Quelle: DPA