2019 M02 9 - 22:17 Uhr

Machtkampf zwischen Juan Guaido und Nicolas Maduro

Das Volk leidet, die Machthaber streiten. Zehn Lastwagen mit rund 100 Tonnen Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln standen am Samstag weiter in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta vor der Tienditas-Brücke - venezolanische Soldaten ließen sie nicht passieren. Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaido kündigte auf Twitter trotzdem an, dass weiter an den Plänen für die Verteilung der Hilfen gearbeitet werde. Staatschef Nicolás Maduro tut weiter alles dafür, dass zu verhindern.

Internationaler Druck wächst

Der linksnationalistische Maduro weigert sich, eine Neuwahl auszurufen. Er lehnt die Hilfslieferungen ab, Venezuela nehme keine "Almosen" an. Stattdessen sollten die USA Sanktionen gegen sein Land aufheben. Die Lieferungen könnten zudem als Vorwand für eine ausländische Militärintervention dienen, sagte er. Er bezeichnet Guaido als "Marionette" der USA. Der Machtkampf zwischen den beiden eskaliert seit Januar immer weiter.

In dem heruntergewirtschafteten, einst reichen Land leben mittlerweile 82 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze, 12 Prozent sind sogar unterernährt. Das Militär steckt angesichts der Not der Bevölkerung und des internationalen Drucks in einem Dilemma. Stoppen sie weiterhin die Hilfslieferungen, könnten sie weiter an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren. Lassen sie die Güter aber passieren, käme das einer Meuterei gegen die Regierung Maduro gleich.