Von wegen Veggie!

7 scheinbar vegetarische Produkte, für die Tiere ihr Leben lassen müssen

Vegetarier aufgepasst: Laugenbrezeln können tierische Bestandteile enthalten!
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13. Oktober 2020 - 9:35 Uhr

Bei diesen Lebensmitteln sollten Vegetarier genau hinschauen!

Sie wollen Ihren Beitrag für mehr Tierwohl und gegen die Massentierhaltung leisten und ernähren sich deshalb vegetarisch? Dann werden Sie vielleicht erstaunt sein, dass für einige Fleischersatzprodukte sogar mehr Tiere sterben als für "normale" Wurst. Und leider kommt es gar nicht mal so selten vor, dass sich in scheinbar vegetarischen Lebensmitteln und Produkten doch die ein oder andere Zutat versteckt, für die Tiere ihr Leben lassen mussten. Auch die folgenden sieben Produkte wirken auf den ersten Blick vegetarierfreundlich – sind es in Wahrheit jedoch nicht!

+++ Auch für Veggie-Wurst müssen Tiere sterben: Darauf sollten Sie beim Kauf achten! +++

#1 Parmesan

Vegetarisch lebende Käse-Liebhaber müssen jetzt ganz stark sein: Denn Parmesan ist leider nicht vegetarisch. Wie die meisten Hart- und Schnittkäsesorten ist auch Parmesan ein Süßmilchkäse, für dessen Herstellung bestimmte Enzyme notwendig sind. Dieses Enzymgemisch nennt sich Naturlab oder tierisches Lab und sitzt in der Magenschleimhaut von Kälbern, Schafen und Ziegen. Damit dickt die Milch bei der Herstellung an, ohne gleichzeitig sauer zu werden. Um an das für den Käse notwendige Lab heranzukommen, braucht es die Magenschleimhaut der Jungtiere – und die müssen dafür geschlachtet werden.

Parmesan geht aber zum Glück auch tierfreundlich – wenn Sie es selbst machen! Hier finden Sie 3 Rezepte für günstige und vegane Alternativen.

#2 Einige Frischkäse-Sorten

Dass Schweinegelatine für Gummibärchen genutzt wird, wissen die meisten Vegetarier und Veganer bereits. Doch auch in einigen Frischkäse-Sorten kommt der tierische Inhaltsstoff zum Einsatz. Damit soll nämlich eine besonders fluffige, schaumige Konsistenz zu erzielt werden. So zum Beispiel in den Sorten "Landrahm Natur" und "Frischer Landrahm Kräuter" von Rotkäppchen.

#3 Essfeigen

Essfeigen
Gewusst? Feigen sind streng genommen nicht vegetarisch!
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Wussten Sie das? Mit jeder Essfeige verspeisen Sie mindestens eine tote Wespe! Grund dafür ist der komplizierte Bestäubungsvorgang des Feigenbaums: Die sogenannte Bocksfeige hat weibliche und männliche Blüten, die Essfeige hingegen nur weibliche. Um sich zu vermehren, muss letztere also mit den Pollen der männlichen Bocksfeige bestäubt werden. Und hier kommt die Feigenwespe ins Spiel. Die Wespenweibchen kriechen in die Blüte hinein, um in der geschützten Hohlkugel ihre Eier abzulegen.

Dringt die Wespe jedoch durch die sehr enge Röhre in eine weibliche Blüte ein, verliert sie dabei ihre Flügel. Folglich kann sie ihre Eier nicht ablegen und schafft es auch nicht mehr aus der Blüte heraus. Das Wespenweibchen bestäubt die Blüte zwar, sodass diese zu einer essbaren Feige reift, stirbt jedoch in ihr und wird von den Pflanzenenzymen verdaut. Da Essfeigen nur weibliche Blüten hervorbringen, essen wir also mit jeder Feige auch mindestens eine tote, wenn auch verdaute, Wespe mit.

#4 Klare Säfte

Ja, auch Säfte sind oft nicht vegetarisch! Um naturtrübe Säfte aufzuklaren, müssen die Trübstoffe aus der Flüssigkeit gefiltert werden - und dabei kommt häufig Rinder- oder Schweinegelatine zum Einsatz. Auch die Gelatine selbst wird später wieder aus dem Saft herausgefiltert - ist also im Endprodukt nicht mehr vorhanden. Trotzdem geht klarer Apfelsaft beispielsweise für viele Menschen mit pflanzlicher Ernährungsweise nicht mehr als vegetarisch - und erst recht nicht als vegan - durch.

Lese-Tipp: Vegan für Einsteiger: So (einfach) klappt's mit dem pflanzlichen Lifestyle!

#5 Weine

Auch für viele Weine werden tierische Klärmittel eingesetzt. Um den Vino von Trübstoffen zu befreien, kommt auch hier Schweine- oder Rindergelatine zum Einsatz. Zur Filtration wird zudem die Schwimmblase von Fischen, die sogenannte Hausenblase, genutzt. Diese kann nicht nur Trübstoffe, sondern auch eine unangenehme Essignote herausfiltern. Wie bei den Säften sind die tierischen Bestandteile im Endprodukt nicht mehr vorhanden – und müssen deshalb nicht auf der Zutatenliste auftauchen. Im Zweifel hilft da nur die Nachfrage beim Hersteller.

#6 Maggi "Tomaten Cremesuppe"

Ein Teller Tomatensuppe
Vegetarisch oder nicht? Auch bei Tomatencremesuppe sollten Sie aufs Kleingedruckte achten.
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Tomatencremesuppe ist ein Klassiker unter den vegetarischen Gerichten – müsste man meinen. Doch bei einigen Produkten aus dem Supermarkt lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen. In der "Tomaten Cremesuppe" aus der Tüte von Maggi beispielsweise verbirgt sich nämlich zusätzlich Speck in der Zutatenliste, wohl um ein rauchiges Aroma zu erzielen.

+++ Wie werde ich (endlich) Vegetarierin? RTL-Autorin über ihren inneren Kampf um das Fleisch. +++

#7 Laugenbrezeln und -brötchen

Dass Brezeln nicht vegan sind, ist bekannt. Schließlich werden dafür neben Mehl und Hefe auch tierische Bestandteile wie Milch, Butter und oft sogar Eigelb verwendet. Was vielen Vegetariern jedoch sicher nicht bewusst ist: Viele Bäckereien mischen ihrem Laugengebäck auch noch Schweineschmalz bei! Damit soll der Teig möglichst geschmeidig gemacht werden.

Hier finden Sie unser Rezept für doppelt geflochtene Laugenbrezeln – garantiert ohne Schweineschmalz!

Video: Diese Tricks helfen Ihnen, in Zukunft vegetarisch(er) zu leben