Dresden

„Vegane Fleischerei“ in Dresden muss Produkte umbenennen

Vegane Fleischerei Sachsen
Schnitzelbrötchen aus Soja liegen liegen in der "veganen Fleischerei" zur Neueröffnung in der Auslage.
Sebastian Kahnert/dpa

Darf eine Seitan-Salami Salami heißen? Nein, sagt eine EU-Verordnung. „Die Vegane Fleischerei“ in Dresden wurde nun aufgefordert, einige ihrer Produkte umzubenennen.

Wenige Wochen nach Eröffnung der Veganen Fleischerei in Dresden haben Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung die Bezeichnung einiger veganer Produkte bemängelt. Hierbei handle es sich um etwa zwölf vegane Produkte, teilte Nils Steiger, einer der vier Gründer des Ladens am Mittwoch auf Anfrage mit. Zuvor hatte die Sächsische Zeitung darüber berichtet.

Die Kennzeichnungsregelung der EU schreibt vor, dass Lebensmittel so zu bezeichnen sind, dass Verbraucher bei ihrem Einkauf eine qualifizierte Wahl treffen können und insbesondere nicht über die Eigenschaften veganer und vegetarischer Lebensmittel getäuscht werden.

Eine Regelung, die Steiger nicht so wirklich nachvollziehen könne, allerdings auch nicht dagegen ankämpfen wolle. Es bringt gar nichts, sich dagegen aufzulehnen. Gesetz ist Gesetz. Wir haben nicht vor in den Kreuzzug gegen die Beschriftung zu gehen, so Steiger. Die Vegane Fleischerei werde jedoch versuchen, den Rahmen des Möglichen auszunutzen und aus verbraucherfreundlichen Gründen so nah wie möglich an dem ursprünglichen Produktnamen zu bleiben, hieß es.

Wenn ein Kunde etwas kaufen möchte, das so schmeckt wie eine Salami, eine Textur hat wie eine Salami und so aussieht wie eine Salami, dann liegt für mich auf der Hand, das Produkt "vegane Salami" zu nennen, erklärt Steiger. Wenn man das Produkt Gemüsestick nennen würde, könne sich der Verbraucher seiner Meinung nach darunter nicht wirklich viel vorstellen.

Die von den Kontrolleuren bemängelten Produkte haben die Betreiber nach eigenen Angaben bereits umbenannt. Nun wird die Sülze zum Gesülze, das Heringshäckerle zum Häckerle, der französische Käse Maroilles zu Mario, der Tunfisch zum Unvisch und die Leberwurst zur Groben.

Während spezifische Wurstarten wie Salami in beschreibender Form wie Typ Salami gekennzeichnet werden müssen, darf der Leberkäse seinen Namen beibehalten, da auch das Originalprodukt weder Leber noch Käse beinhaltet.